Vorwurf Vergewaltigung: Castrop-Rauxeler (30) ignorierte „Nein“ einer Disko-Bekanntschaft

Landgericht Bochum

Die Anklage spricht von Vergewaltigung, der Verdächtige (30) aus Castrop-Rauxel schweigt. Zum Prozessauftakt in Bochum gab es die dringende Mahnung, sich diese „Taktik“ gut zu überlegen.

Bochum/Castrop-Rauxel

, 21.02.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Vorwurf gegen den Castrop-Rauxeler lautet Vergewaltigung.

Der Vorwurf gegen den Castrop-Rauxeler lautet Vergewaltigung. © Werner von Braunschweig

Elf Monate nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung im Anschluss an einen Diskobesuch muss sich ein 30-jähriger Castrop-Rauxeler seit Donnerstag vor dem Bochumer Landgericht verantworten.

Nachdem der Angeklagte und ein Bekannter in der Nacht auf den 31. März 2019 in einer Disko in Recklinghausen zwei junge Frauen kennengelernt hatten, sollen sie zu viert nach Herten zur Wohnung einer der Frauen gefahren sein. Als die Wohnungsinhaberin in ihr Schlafzimmer gegangen sein soll, um nach ihren Katzen zu sehen, soll der Angeklagte ihr gefolgt sein.

„Nach anfänglich zunächst einvernehmlich ausgetauchten Zärtlichkeiten“, so die Anklageschrift, soll der Castrop-Rauxeler dann ein „Nein“ der Frau auf sein Drängen nach Sex ignoriert - und sie vergewaltigt haben.

Castrop-Rauxeler schweigt zum Vergewaltigungsvorwurf

Zum Prozessauftakt schwieg der Castrop-Rauxeler. Richter Volker Talarowski mahnte den 30-Jährigen, vor allem wegen eines nahezu identischen Vorwurfes einer anderen Frau aus dem Jahr 2016 noch einmal in sich zu gehen. Sich alleine auf eine „Aussage-gegen-Aussage-Konstellation“ zu verlassen, könnte trügerisch sein, sagte der Richter.

Immerhin habe sich seither auch die Gesetzeslage im Fall einer Vergewaltigung geändert. Seit November 2016 gilt verbindlich der Grundsatz „Nein heißt Nein“. Der Prozess wird fortgesetzt.

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