Trotz Pannen, langer Wege und Warteschlangen: Wahlergebnis zählt

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Bei der Kommunalwahl ist am Sonntag nicht alles gut gelaufen. Das Wahlergebnis steht trotzdem, aber für die Stichwahl soll es Veränderungen geben. Dann sollen auch Äste keine Rolle spielen.

Castrop-Rauxel

, 17.09.2020, 08:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die neun Mitglieder des Kommunalwahlausschusses hatten keine Einwände gegen die Ergebnisse der Kommunalwahlen. Einstimmig wurde in der Sitzung am Mittwochnachmittag die Feststellung bestätigt.

Dafür war Zeit, über Pannen zu sprechen und darüber, was bei der Stichwahl besser gemacht werden kann. Wo die Politiker demnächst im Ratssaal sitzen werden, auch das interessierte schon.

Einige Pannen wurden noch einmal diskutiert. Dazu hatte auch Margita Gudjons (Die Linken) als Zuhörerin in der Fragestunde Anmerkungen und Kritik. Wahlleiter Michael Eckhardt sagte am Ende zu einigen Punkten: „Wir können nichts dazu. Wir entschuldigen uns trotzdem.“

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Die Corona-Bestimmungen hatten dieser Wahl ihren Stempel aufgedrückt. „Hoffentlich zum letzten Mal“, so Eckhardt. In einem Jahr ist Bundestagswahl.

Briefwahlunterlagen kamen vereinzelt nicht rechtzeitig an

„Wie geht die Stadt damit um, dass einige Briefwahlunterlagen nicht rechtzeitig vor der Wahl ankamen?“, fragte Margita Gudjons. Man habe auf die Zuverlässigkeit der Post gesetzt, so der Beigeordnete Michael Eckhardt. „Das ist teilweise nicht gut gelaufen. Aber nicht nur bei uns.“ Es werde über den Landeswahlleiter noch ein Gespräch mit dem Unternehmen geben. Sein Tipp für die Stichwahl: nicht zu lange warten oder direkt im Rathaus wählen.

Einiges mehr fiel den Kommunalpolitikern auf.

  • Die langen Warteschlangen: Die Menge der Stimmzettel, die Beschränkung auf nur zwei Menschen, die gleichzeitig den Wahlraum betreten und wählen konnten, zu wenige Wahlurnen sind einige der Gründe. Michael Eckhardt empfiehlt den Wahlvorständen am 27. September in großen Wahllokalen, etwas lockerer zu sein. Dort könnten zwei Personen schon einmal ihre Unterlagen bekommen und abseits warten, bis in der Kabine Platz wird.
  • Wenn es vom Platz her geht, werde die Zahl der Wahlurnen direkt aufgestockt. „Wahlhelfer haben Stöcke aus dem Wald geholt, um nachzustopfen“, berichtete Martin Rednoß (FWI). „Wir müssen nochmal Wahlurnen kaufen“, kommentierte der Wahlleiter.
  • In einem Wahllokal fehlten die Stimmzettel für die Ratswahl. 58 Bürger füllten einen Zettel zu wenig aus. Das fiel erst nach zwei Stunden auf. Daniel Molloisch (SPD) kommentierte: „Das Ergebnis war ja eindeutig, aber in einem umkämpften Wahlbezirk hätte das Diskussionen geben können.“ Das habe man aber, so Michael Eckhardt, „repariert gekriegt“. Alle Betroffenen seien telefonisch oder persönlich kontaktiert worden.
  • Die Adlerstraße: Menschen, die dort wohnen, mussten in der Wilhelmschule in Dorf Castrop wählen. Viele haben sich darüber aufgeregt. „Da wurde etwas falsch zugeordnet“, räumte Michael Eckhardt ein. „Das werden wir korrigieren.“ Allerdings, so sagte er lächelnd: „Das macht die Wahl nicht ungültig.“

Bei der Stichwahl Stühle für Wartende vor die Tür stellen

Ein paar Ideen für die Stichwahl gab es auch. Einige Wahlhelfer haben es vorgemacht. Wo Schlangen vor den Türen entstehen, können Stühle aufgestellt oder ältere Menschen vorgelassen werden. Daniel Molloisch (SPD) hat den Wahlhelfern Kaffee mitgebracht. Seiner Empfehlung zur Nachahmung gab er einen Tipp mit: Der Kaffee muss aus einer Gastronomie kommen und darf nicht von zuhause mitgebracht werden.

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Mit neun Ausschussmitgliedern sah es am Mittwoch recht übersichtlich im Ratssaal aus. Die Mitglieder machten sich schon mal Gedanken über die Sitzverteilung. Wegen der Überhangmandate wächst der Rat um 2 auf 52 Sitze. „Davon profitieren Sie ja auch“, rief der Wahlleiter Andreas Kemna zu, der mit seiner Die Partei zwei Sitze errungen hat. Er hatte sich auf der Zuhörertribüne selbst davon überzeugt, dass es mit seinem Ratsmandat jetzt amtlich ist.

Andreas Kemna (Die Partei) kam als Zuhörer zum Kommunalwahlausschuss. Jetzt weiß er mit Bestimmtheit, dass es klappt mit seinem Ratssitz.

Andreas Kemna (Die Partei) kam als Zuhörer zum Kommunalwahlausschuss im Rathaus. Jetzt weiß er mit Bestimmtheit, dass es klappt mit seinem Ratssitz. © Ronny von Wangenheim

Martin Rednoß (FWI) sagte schon einmal, dass seine Wählerinitiative Wünsche habe. Sie wolle nicht zwischen UBP und Die Partei sitzen. Michael Eckhardt warnte schon mal vor: „Wir werden nicht alle Fraktionsvorsitzenden in die erste Reihe kriegen.“ Aber in Castrop-Rauxel sei man auch in der dritten Reihe noch kein Hinterbänkler.

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