Warn-Sirenen in Castrop-Rauxel: Das ist der Stand

25 "Heulpilze"

Die Rückkehr der Heul-Sirenen rückt immer näher: Bis November 2020 sollen in Castrop-Rauxel Sirenen an 25 Standorten stehen. Uns hat der Feuerwehrchef erzählt, wie weit man in diesen Plänen ist. Und: Wie so eine Sirene überhaupt klingen wird, können Sie sich hier anhören.

CASTROP-RAUXEL

, 03.02.2016, 16:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Warn-Sirenen in Castrop-Rauxel: Das ist der Stand

Die Sirenenanlage auf dem Dach des Gerätehauses der Frewilligen Feuerwehr Habinghorst an der Dornbachstraße wurde wieder fit gemacht. Die mobilen Sirenen sind noch nicht in der Hauptwache an der Frebergstraße eingetroffen, kommen aber in allernächster Zeit.

Ganz dicke Brummer wird es bei der Installierung des neuen alten Sirenen-Warnsystems vor Katastrophen nicht geben. Sondern Sirenen mit relativ niedriger Leistungsfrequenz, damit die Anwohner nicht über Gebühr belastet werden, wenn's denn Alarm gibt. 

Das verdeutlichte Feuerwehrchef Ulrich Vogel am Dienstagabend im Umweltausschuss, als er über den Stand der Dinge beim Warnsystem sprach, aber auch über Historisches und Künftiges. Hintergrund ist die Tatsache, dass landesweit ein reaktionsschnelles und zentral steuerbares Warnsystem aufgebaut werden soll. (Wie eine solche Sirene klingt, hören Sie hier.)

Wiederaufbau soll bis Ende 2020 abgeschlossen sein

Gab's Ende der 1960er Jahre 90 Sirenen in unserer Stadt, wurden sie nach dem Ende des Kalten Krieges abgebaut in der Einschätzung, wir bräuchten keinen Katastrophenschutz mehr. „Ganz falsch, wie wir, Technisches Hilfswerk und Deutsches Rotes Kreuz, dann feststellen mussten“, so Vogel. Jetzt geht's an den langsamen Wiederaufbau eines Warnsystems, bei dem bis November 2020 Sirenen an 25 Standorten stehen sollen.

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„Damit wären 85 bis 90 Prozent der Bevölkerung erreichbar“, so Vogel. Die Randgebieten würden bei Bedarf über drei mobile Sirenen abgedeckt. Sie sind bereits angeschafft und können laut Vogel problemlos auf jedes Auto gepackt werden.

Auch die letztlich von früher übrig gebliebenen beiden Sirenensysteme auf der Wilhelmschule in Dorf Rauxel und der Wache der Feuerwehr an der Dornbachstraße in Habinghorst sind wieder fit gemacht. Damit ist die Anschubfinanzierung des Landes in Höhe von gut 30.000 Euro bereits verbraucht. Das ganze Paket bis 2020 kostet 330.000 Euro.

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Und wo kommen die Sirenen hin? Da verfährt die Feuerwehr nach einer Prioritätenliste. Rauxel (natürlich wegen des Chemiewerk Rütgers), Bladenhorst und Habinghorst stehen ganz oben, dann folgen Castrop, Behringhausen und Ickern, in Stufe drei dann der Rest.

Heulpilze auf städtischen Gebäuden

Aufgestellt werden sollen die Sirenen nach Möglichkeit auf städtischen Gebäuden, um Kosten gering zu halten. „Wie wird in Merklinde gewarnt, das in unmittelbarer Nachbarschaft zu Bochum-Gerthe liegt?“, wollte Uwe Manthey (SPD) wissen. An der Dieselstraße etwa befinden sich bekanntlich kritische Betriebe. „Die Feuerwehren tauschen sich untereinander sehr gut und sehr schnell aus“, so Vogel. Das zeige sich aktuell etwa auch bei der Zusammenarbeit mit Herne. „Die Vernetzung ist gut,“ verdeutlichte der Feuerwehrchef.

Frank Hillebrand (FDP) erkundigte sich nach der Kompatibilität, weil die Städte wohl unterschiedliche Warnsysteme anschaffen. Vogel: „Das wird so sein, aber die digitale Vernetzung läuft unter einheitlichen Standards.“

Auschreibung und Vergabe für Planung und Installierung der neuen Sirenen passieren zwischen April und Juni 2016.
Die Warnung vor extremen Wetterkapriolen wie sie im Zuge des Klimawandels mit Sturm und Sintflut-Regen daherkommen sind in der Konzeption mit bedacht.
Von der Lautstärke her werden etwa 60 Dezibel erreicht – also ungefähr so laut wie ein Moped. Es wird natürlich verschiedene Töne und Lautsprecherdurchsagen im Katastrophenfall geben. Alles Übungssache.

 

So wird der Katastrophenalarm klingen:

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