Im gleichen Hemd vor Gericht: die Angeklagten neben ihren Verteidigern Olaf Krekeler (vorne) und Volker Schröder. © Jörn Hartwich
Duo vor Gericht

Warnschuss nach halsbrecherischer Verfolgungsfahrt bis Castrop-Rauxel Ost

Nach einem Einbruch liefern sich die mutmaßlichen Täter eine halsbrecherische Verfolgungsfahrt mit der Polizei – bis zum Autobahnkreuz Castrop-Rauxel Ost. Dann kommt Reizgas zum Einsatz.

Erst ging es in halsbrecherischem Tempo von Herten nach Castrop-Rauxel, dann gab die Polizei sogar einen Warnschuss ab: Nach einer wilden Verfolgungsjagd müssen sich zwei mutmaßliche Einbrecher seit Freitag (1.10.) in Bochum vor Gericht verantworten.

Es war die Nacht auf den 6. April 2021, als die Angeklagten einen Gullydeckel durch das Schaufenster eines Tabak- und Schreibwarengeschäfts in Herten geworfen haben sollen. Anschließend flüchteten sie laut Anklage mit Tabakwaren im Wert von 10.000 Euro. Dabei sollen sie einen Mercedes benutzt haben, an dem falsche Nummernschilder angebracht waren.

Die Polizei war den 32 Jahre alten Männern sofort auf den Fersen. Statt anzuhalten, drückte der Fahrer allerdings aufs Gas. Laut Staatsanwaltschaft fuhren die Täter über rote Ampeln, Autos wurden rechts überholt. Wo Tempo 50 war, schlug die Tachonadel angeblich bis 140 km/h aus.

Polizei forderte Verstärkung an

Erst am Autobahnkreuz Castrop-Rauxel Ost war die Fahrt in hoher Geschwindigkeit zu Ende. Die Angeklagten kamen von der Fahrbahn ab, schleuderten in die Grünanlagen. Doch selbst als es kein Entkommen mehr gab, sollen sie sich nicht freiwillig ergeben haben. Die Polizisten forderten Verstärkung an, setzten Reizgas ein.

Zum Prozessauftakt am Bochumer Landgericht äußerten sich die Angeklagten noch nicht zu den Vorwürfen.

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Gerichtsreporter