Warnstreiks im öffentlichen Dienst in Castrop-Rauxel geplant

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Die Gewerkschaften Verdi und GEW haben zu Warnstreiks in der Region aufgerufen. In dieser Woche sollen auch in Castrop-Rauxel Arbeitnehmer in den Ausstand treten.

Castrop-Rauxel

, 22.09.2020, 07:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Gewerkschaften fordern für die bundesweit 2,3 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Kommunen und des Bundes 4,8 Prozent mehr Lohn und Gehalt.

Die Gewerkschaften fordern für die bundesweit 2,3 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Kommunen und des Bundes 4,8 Prozent mehr Lohn und Gehalt. © picture alliance / Monika Skolim

Auch die zweite Verhandlungsrunde sei ergebnislos zu Ende gegangen, sagen die Gewerkschafter von Verdi und GEW. „Von Respekt und Anerkennung gegenüber den Beschäftigten war nichts zu spüren“, heißt es auf der Website der Dienstleistungsgewerkschaft. Und: „Unsere Antwort muss jetzt in den Betrieben erfolgen! Erste Warnstreiks mit regionalem Bezug beginnen am Dienstag, 22. September 2020.“

Zahlreiche Arbeitnehmer sollen in dieser Woche in den Ausstand treten, um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. In Castrop-Rauxel sollen am Donnerstag (24.9.) die Auswirkungen zu spüren sein. Was und wie und wer konkret nicht arbeiten, sondern für bessere Tarife protestieren wird, ist zwei Tage vorher aber noch nicht bekannt.

4,8 Prozent mehr Lohn gefordert

Verdi und GEW fordern für 2,3 Millionen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen eine Anhebung der Einkommen um 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro pro Monat. Die Bezahlung von Azubis und Praktikanten soll um 100 Euro pro Monat angehoben werden.

Die Arbeitgeber hatten angekündigt, dass sie vor der dritten Verhandlungsrunde am 22. und 23. Oktober ein Angebot vorlegen wollten. In Zwischenzeit würden sie mit Beschäftigten bei Sparkassen, in der Pflege und im Gesundheitswesen verhandeln, hieß es. Das reichte Verdi-Verhandlungsführer Frank Werneke nach zweitätigem Austausch am vergangenen Wochenende in Potsdam nicht: Er bezeichnete die Verhandlungen im Nachgang als verplemperte Zeit.

Die Corona-Pandemie zeige, dass die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst die Gesellschaft zusammen hielten. Das müsse sich auch im Tarifergebnis widerspiegeln. Klatschen allein hülfe nicht, so eine Verdi-Anspielung auf den Applaus zu Beginn der Corona-Pandemie von Balkonen und aus Fenstern.

Arbeitgeber fordern Nullrunde

Die Arbeitgeber hatten laut Verdi aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Situation eine Nullrunde gefordert. „Absolut unakzeptabel“, so Verdi-Chef Werneke. Der öffentliche Dienst sei unverzichtbar.

Am 22.9. geht es mit Warnstreiks in Unna los. Einen Tag später folgen Bergkamen und Kamen sowie Hamm und Schwerte. Für den 24.9. hat Verdi Warnstreiks in Castrop-Rauxel angekündigt.

Auch die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft ist an den Verhandlungen beteiligt. Deren Vorsitzende Marlis Tepe sagte nach dem Wochenende: „Die Forderungen der Gewerkschaften liegen auf dem Tisch. Die Arbeitgeber bewegen sich jedoch nicht und vergeuden Zeit. Das versteht in der Öffentlichkeit niemand, insbesondere weil die Gewerkschaften vorgeschlagen hatten, die Tarifrunde zu verschieben.“

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