Was bringt Castrop-Rauxel die Schlittschuhbahn?

Neuerung auf dem Weihnachtsmarkt

Auf dem Castrop-Rauxeler Weihnachtsmarkt ist eine Schlittschuhbahn geplant. Der Eisbahn-Experte Thomas Hein hat bereis viele Erfahrungen auf dem Gebiet gesammelt. Dass solch eine Bahn den Weihnachtsmarkt attraktiver machen würde, steht für ihn fest. Hier erzählt er, wie diese Strategie in Dorsten schon einmal Wunder bewirkt hat.

CASTROP-RAUXEL

, 17.08.2017, 15:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Was bringt Castrop-Rauxel die Schlittschuhbahn?

Menschen laufen am 25.12.2015 auf der Eisbahn im weihnachtlich illuminierten Winterzoo in Hannover (Niedersachsen) Schlittschuh. Foto: Peter Steffen/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

Thomas Hein ist Geschäftsführer der Interevent GmbH aus Dorsten. Er baute vor 20 Jahren damit sogar ein Geschäftsmodell für eine Firma auf. In Dorsten selbst, wo er zudem Vorsitzender der Werbegemeinschaft ist, gibt es die Eisbahn jedes Jahr. Mit ihr rettete man den darbenden Weihnachtsmarkt der 75.000-Einwohner-Stadt. Für Castrop-Rauxel, das die Idee einer Schlittschuhbahn nun auch verfolgt liege ihm keine Anfrage vor, aber unserer Redaktion schilderte er die Hintergründe aus der Stadt vom Westrand des Kreises.

Die Idee kam bei einem Bierchen im Biergarten

„In diesem Jahr bauen wir die Eisbahn zum 21. Mal auf. Inzwischen ist meine Firma Interevent mit Eisbahnen bundesweit im Rennen. Wir haben damals am 1. Mai in einem Biergarten gesessen, Bierchen getrunken – zu einer Zeit, als das Centro Oberhausen gerade aufmachte. Der Dorstener Weihnachtsmarkt damals war eine Katastrophe. Er bestand aus vier Hütten, da waren im besten Fall 20 Leute.

Man kann gegen Weihnachtsmärkte in Münster oder am Centro kaum anstinken. Und es kauft kaum jemand etwas auf einem Weihnachtsmarkt. Ein Beispiel: Wir haben in Dorsten mal einen Künstlermarkt gehabt, der war wunderschön. Wir haben die Händler bezahlt, damit sie ihre Ware anbieten – aber keiner hat gekauft. Geld kann man nur mit Glühwein und Bratwurst verdienen, außer in Oberzentren wie Dortmund oder Köln.

Jedenfalls kam uns im Biergarten die Idee: Wir könnten ja mal eine Eisbahn bauen. Ich kannte das aus dem Fernsehen, aus New York, ein früherer Mitstreiter aus Wien. 20 Jahre später bauen wir bundesweit 35 Eisbahnen auf, von denen wir 20 selbst betreiben. Wir fangen in Kiel an, hören in Friedrichshafen am Bodensee auf, bauen in der Autostadt Wolfsburg eine 6000-Quadratmeter-Eisbahn. Überall gilt: Die Gastronomie ist der entscheidende Faktor. Mit Glühwein verdient man mehr als mit Eisbahnen.

Die Eisbahn in Dorsten hat 375 Quadratmeter Fläche. Unser Eisstockschießen-Wettbewerb fing an mit acht Mannschaften an. Letztes Jahr hatten wir 156 Teams.

Städte, die einen guten Weihnachtsmarkt haben, brauchen keine Eisbahn. Es gibt inzwischen Städte, die in den Januar gehen, um das Geschäft zu beleben.“

Lesen Sie jetzt