Preis-Index verrät, was eine Solarstromanlage höchstens kosten darf

Photovoltaik

Eine Solarstrom-Anlage auf dem Hausdach kann sich finanziell in Castrop-Rauxel lohnen. Ein Preis-Index und fünf Ratschläge helfen dabei, nicht zu viel Geld für eine Anlage auszugeben.

Castrop-Rauxel

, 11.07.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Photovoltaik-Anlagen auf dem Hausdach helfen, Energie zu sparen. Der Förderdeckel ist aufgehoben worden.

Photovoltaik-Anlagen auf dem Hausdach helfen, Energie zu sparen. Der Förderdeckel ist aufgehoben worden. © picture alliance / dpa

Solarstrom vom eigenen Dach bedeutet ein Stück Unabhängigkeit und macht das Wohnen klimafreundlicher. Auch finanziell kann er sich weiterhin lohnen. Denn der sogenannte Förderdeckel ist aufgehoben worden, sodass weiterhin Geld für jede ins Netz eingespeiste Kilowattstunde fließt.

Doch was kostet eine Photovoltaikanlage überhaupt? Mit einem aktualisierten Preisindex gibt die Verbraucherzentrale NRW dazu Orientierung.

„Wir wissen, dass die Preisspanne bei Angeboten für Photovoltaikanlagen sehr breit ist“, erklärt die Castrop-Rauxler Energieberaterin Anke Hormel dazu. „Die Preise in unserem Index helfen, die Summe einzuordnen, die ein Handwerksbetrieb veranschlagt.“ Sie rät zudem dringend, immer mehrere Angebote einzuholen. Worauf dabei noch zu achten ist, hat sie in fünf Ratschlägen zusammengetragen:

1. Keine Lösung von der Stange:

Standardpakete passen nicht auf jedes Dach, jede Anlage muss individuell geplant werden. Ohne Vor-Ort-Termin ist das kaum seriös möglich. Denn bauliche Gegebenheiten und Schattenwürfe spielen genauso eine Rolle wie das Profil des Stromverbrauchs eines Haushalts. Nur mit diesen Informationen können

Module, Wechselrichter und gegebenenfalls ein Batteriespeicher optimal geplant werden.

2. Groß ist wirtschaftlich:

Wer finanziellen Spielraum hat, sollte die Dachfläche möglichst voll ausnutzen. Je größer eine Anlage ist, desto wirtschaftlicher ist sie letzten Endes, denn die doppelte Leistung ist nicht doppelt so teuer. So kosten vier Kilowatt im Schnitt 7600 Euro, acht Kilowatt aber nicht 15.200 Euro, sondern nur 13.040 Euro. Auch hier hilft der Preisindex der Verbraucherzentrale bei der Einordnung.

Diesen Index legt die Verbraucherzentrale vor. An ihm kann man sich orientieren, um nicht zu viel Geld für den Einbau einer Solarstrom-Anlage zu bezahlen.

Diesen Index legt die Verbraucherzentrale vor. An ihm kann man sich orientieren, um nicht zu viel Geld für den Einbau einer Solarstrom-Anlage zu bezahlen. © Verbraucherzentrale NRW

3. Kompetenter Betrieb:

Der beauftragte Betrieb sollte Fachkenntnis und Erfahrung in Sachen Photovoltaik

nachweisen können. Das geht zum Beispiel mit Zertifikaten zu Aus- und Weiterbildungen oder regelmäßigen Schulungen bei Herstellern. Hilfreich ist es auch, wenn andere Kunden Auskunft über ihre Erfahrungen geben. Ideal ist ein Betrieb aus der Nähe. Das bedeutet meist kürzere Reaktionszeiten und weniger Aufwand bei Reklamationen, Reparaturen und ähnlichem.

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4. Ausführliches Angebot:

Das Angebot sollte alle Bauteile und Arbeitsschritte enthalten, die für Montage und Anschluss erforderlich sind. Auch alle Fristen und ein verbindlicher Termin, zu dem die Anlage ans Netz geht, gehören hinein. Zahlungen sollten immer erst vorgesehen sein, nachdem der Handwerksbetrieb die entsprechenden

Lieferungen und Leistungen erbracht hat. Verbraucher sollten sich jedes Angebot in Ruhe erläutern und Lücken schließen lassen, bevor sie einen Auftrag erteilen.

5. Passkontrolle:

Mit dem Photovoltaik-Anlagenpass und dem Photovoltaik-Speicherpass vom Bundesverband Solarwirtschaft und dem Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke dokumentieren Handwerksbetriebe, dass sie alles nach dem Stand der Technik geplant und installiert haben. Auch, dass Anlage und Speicher bei Übergabe korrekt funktioniert haben, wird dokumentiert. Für Batteriespeicher ist zudem die Einhaltung des Sicherheitsleitfadens Li-Ionen-Hausspeicher empfehlenswert.

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Vor-Ort-Termin möglich

Photovoltaik-Interessenten können sich bei der Verbraucherzentrale zu Solarstrom beraten lassen – als Vor-Ort-Termin oder kostenlos per Videoberatung. Anmeldungen sind möglich unter Tel. (02305) 69 8 79 05,

per Mail an castrop-rauxel.energie@verbraucherzentrale.nrw sowie unter Tel. (0211) 33 996 555. Die Energieberatung zu Hause und die Videoberatung finden im Rahmen des Projekts „Energie2020“ der Verbraucherzentrale NRW statt, das mit Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union gefördert wird.

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