„Was können die Castrop-Rauxeler gezielt tun?“ Das rät uns Klimaforscher Engelhardt

rnFridays for Future

„Scientist for Future“ Dr. Udo Engelhardt hält am Donnerstag, 21. November, einen Vortrag zum Thema Klimawandel und gibt Lösungsansätze. Wir haben vorab mit dem Meeresbiologen gesprochen.

von Janine Jähnichen

16.11.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Teil der „Fridays for Future“-Bewegung beschreibt Meeresbiologe Dr. Udo Engelhardt in seinem Vortrag „Klima 2.0 - Was kommt? Was tun?“ mittels aktueller Klimadaten und Forschungsergebnisse die Ursachen des Klimawandels, die aktuelle Klimasituation und notwendige Lösungsansätze. Am Donnerstag, 21. November, lädt „F4F Castrop-Rauxel“ um 19.30 Uhr zu seinem Vortrag ins Wichernhaus, Brückenweg 30.

Wir haben vorab mit Udo Engelhardt gesprochen.

„Was können die Castrop-Rauxeler gezielt tun?“ Das rät uns Klimaforscher Engelhardt

Dr. Udo Engelhardt wird am 21. November in Castrop-Rauxel seinen Vortrag "Klima 2.0" halten. © www.klimanotstand-soest.info

Was veranlasst Sie dazu, in einer so kleinen Stadt wie Castrop-Rauxel einen Vortrag zu den aktuellen Klimabedingungen zu halten?

Mögliche, katastrophale Veränderungen des Klimas haben sich in den letzten Jahren auch im Ruhrgebiet bereits angedeutet. Man muss das Geschehen um sich herum eigentlich nur einmal mit offenen Augen betrachten, um die Anzeichen auch hier in Castrop-Rauxel zu bemerken. Das Absterben ganzer Wälder und extreme Hitzeperioden sind nur zwei von vielen deutlichen Auswirkungen für sich verstärkende Klimaauswirkungen.

Wie kam der Kontakt zu Stande?

Als einer von knapp 27.000 Wissenschaftlern, die sich als „Scientists for Future“ mit an die Seite der „Fridays for Future“-Bewegung (F4F) gestellt haben, bin ich jederzeit ansprechbar für die jungen Klimaaktivisten. Es ist unglaublich motivierend für mich zu sehen, wie gut informiert und fokussiert die vielen lokalen F4F-Gruppen in ganz Deutschland, so auch hier in Castrop-Rauxel, sind. Das Engagement des lokalen Veranstalter-Konsortiums ist ein tolles und vor allem auch nachahmenswertes Beispiel für das Zusammenkommen von verschiedenen Teilen der Gesellschaft bei diesem Thema. Ich sehe das als sehr positiv an, da es meiner Meinung nach exemplarisch ist für das, was jetzt in unserer Gesellschaft passieren muss.
Mit welchen Themen gehen Sie auf die Castrop-Rauxeler zu?
In meinem Vortrag „Klima 2.0“ wird es um Themen von der globalen Erderwärmung bishin zum Klimanotstand gehen. Weiterhin möchte ich auch veranschaulichen, was uns die Klimaforschung über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft schon heute verraten kann und Lösungsansätze bieten.
Erreichen Sie mit Vorträgen wie diesem nicht ohnehin nur diejenigen, die sich bereits für Aktionen wie „Fridays for Future“ begeistern?

Mit meiner Vortragsreihe erreiche ich tatsächlich ein sehr breit gefächertes Publikum aller Altersstufen, von Schülern bishin zu Rentnern. Es sind praktisch alle Generationen vertreten und das ist auch gut so, denn die klimatischen Veränderungen mit denen wir es zu tun haben und noch in Zukunft zu tun haben werden, gehen uns alle etwas an. Allerdings ist es klar, dass die Jugend die am aller stärksten betroffene Gruppe unter den heutigen Generationen sein wird.

Was möchten Sie den Castrop-Rauxelern auf den Weg geben?

Das allerwichtigste, was ein jeder im Moment tun kann und tun sollte, ist es sich dem Thema zu stellen, sich darüber zu informieren und es bei jeder Gelegenheit in der Familie und im Freundeskreis anzusprechen. Wir haben nur noch wenige Jahre Zeit, den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen drastisch zu reduzieren um eine Klimakatastrophe zu verhindern. Auch wenn wir es uns noch so sehr wünschen: das Thema Klima wird uns in den nächsten Jahren und Jahrzehnten nicht mehr loslassen. Wir sind hier alle in der Pflicht. Wenn wir das in den nächsten Jahren nicht anpacken, werden die kommenden Generationen faktisch keinen Einfluss mehr auf die klimatischen Verhältnisse haben. Die Zeit für Klimaschutz ist jetzt! Oder nie!

Zur Person


Dr. Udo Engelhardt

  • Seit über 30 Jahren arbeitet er als Meeresbiologe und Korallenriffforscher; sein Studium führte Engelhardt an mehreren Universitäten in Australien durch.
  • Bereits vor 20 Jahren hat er die ersten massiven Auswirkungen der Erderwärmung in den Korallenriffen Australiens selbst erleben und erforschen können.
  • Seitdem hat er als Klimafolgenforscher die immer dramatischer werdenden Auswirkungen an den Riffen studiert und analysiert.
  • Seit 2018 liegt sein Fokus auf der Kommunikation des Phänomens Klimanotstand.
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