Das klare Wasser und das trübe Wasser. Der Vergleich macht die Unterschiede gut deutlich. Gelsenwasser versuchte, die Störung am Freitag zu beheben. © Elisabeth Ziem
Meinung

Wasser-Lieferant für alle: Diesem Unternehmen muss man vertrauen können

Braunes Wasser aus der Leitung: Das kann am Vertrauen der Bürger in das Unternehmen nagen, das dafür 24 Stunden pro Tag und 365 Tage im Jahr sorgt. Unser Autor zieht Lehren aus dem Freitag.

„Wasser ist zum Waschen da. Falleri und fallera.“ Kennen Sie den Kinder-Gassenhauer? Noch wichtiger eigentlich: Wasser ist zum Trinken da. Und da war man am Freitag mancherorts unsicher: Werde ich davon sauber oder dreckiger? Und vor allem: Soll ich DAS trinken?

Vorweg: Gelsenwasser konnte den Castrop-Rauxelern, die statt klarem Wasser braune Brühe aus dem Wasserhahn zapften, diese Sorge nicht zu 100 Prozent nehmen. Hätte ich braune Brühe bekommen, dann wäre ich auch mehr als skeptisch gewesen.

Auf nichts will man sich mehr verlassen als auf die Qualität des Leitungswassers. Da sind wir in Deutschland ein gesegnetes Land: Wer öfter mal in den Süden Europas reist, der weiß, wie Leitungswasser sein kann – entweder verkeimt oder verchlort.

Gelsenwasser ist eine Aktiengesellschaft, der man vertrauen will. Und muss. Um gute Öffentlichkeitsarbeit machte sich das Unternehmen am Freitag nicht unbedingt verdient. Über die Social-Media-Kanäle gab es keine Infos. Auf unsere mehrfachen Anfragen über den Tag hinweg gab es zwar schnelle, nicht zu jeder Zeit aber ganz „wasserdichte“ Antworten.

Die erläuternde Pressemitteilung kam um 15.47 Uhr. Etwas spät, aber sie kam. Ob man der Aussage „Können Sie bedenkenlos trinken“ bei dem trüben Anblick wirklich trauen mochte, sei dahin gestellt. Immerhin: Die Krisen-Intervention mit reichlich Technikern vor Ort war engagiert. Und die Entschuldigung aufrichtig.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock