Wegen Mutationen: Kreis verschärft seine Quarantäne-Regeln

Coronavirus

Die Mutationen des Corona-Virus breiten sich aus. Das Kreisgesundheitsamt hat daher die Quarantäne-Regeln angepasst. Sie werden schärfer – vor allem auch für Corona-Fälle in Schulen und Kitas.

Castrop-Rauxel

, 25.03.2021, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bei einem Corona-Fall in einer Schule gelten ab sofort schärfere Quarantäne-Regeln.

Bei einem Corona-Fall in einer Schule gelten ab sofort schärfere Quarantäne-Regeln. © dpa

Zwei Corona-Mutationen sind bisher im Kreis Recklinghausen nachgewiesen worden: die britische und die südafrikanische Virusvariante. Auch in Castrop-Rauxel sind beide schon aufgetreten. Gerade die britische breitet sich aus. Beide Mutanten gelten als weitaus ansteckender als die Ursprungs-Version des Virus.

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Daher verschärft das Gesundheitsamt des Kreises nun seine Quarantäne-Regeln für positiv auf Corona getestete Personen wie auch für deren Kontaktpersonen. Wie der Kreis am Mittwochnachmittag mitteilte, ändern sich ab sofort zwei wesentliche Bestimmungen:

  • Alle neu mit dem Virus Infizierten und ihre Kontaktpersonen müssen generell 14 Tage in Quarantäne – egal, ob sie an einer Virusmutation erkrankt sind oder nicht. Bisher war es so, dass die Quarantäne in der Regel nach zehn Tagen enden konnte, sofern keine Mutante nachgewiesen worden ist.
  • In Schulen und Kitas gilt bei einem Corona-Fall nun die gesamte Klasse, der Kurs oder die Gruppe als Kontaktpersonen der Kategorie 1. Das heißt: Erkrankt jemand an Corona, müssen alle aus der Gruppe oder Klasse in Quarantäne und überdies getestet werden. Bisher galt dies gerade in Schulen nur für unmittelbare Kontaktpersonen. War beispielsweise ein Schüler an Corona erkrankt, mussten mitunter nur die Kinder in Quarantäne, die in der Nähe des Schülers gesessen hatten. Die neue Regelung gilt „vorerst“, heißt es beim Kreis. Bis das Land seine Teststrategie konsequent umgesetzt habe.

Der Kreis begründet die schärferen Regeln mit den sich schnell ausbreitenden Mutationen: „Die Virusmutationen stellen uns vor neue Herausforderungen, da sie ansteckender sind und sich schneller verbreiten“, erklärt Raphael Stauf, Leiter Infektionsschutz beim Gesundheitsamt des Kreises Recklinghausen. „Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat aus diesem Grund die Lage neu beurteilt und Empfehlungen veröffentlicht, an die wir unser Vorgehen nun anpassen“, heißt es.

Britische Mutation für mindestens ein Drittel aller Fälle verantwortlich

Die britische Virusvariante mache im Kreis Recklinghausen nachweislich mindestens ein Drittel aller Fälle aus, wobei von einem noch höheren Prozentsatz ausgegangen werden könne. Das RKI habe die britische Mutation bereits als die in Deutschland deutlich dominierende Virusvariante bezeichnet, sagt Stauf.

Wer positiv auf Corona getestet wurde oder in häusliche Quarantäne muss, bekommt nach wie vor vom Ordnungsamt seiner Stadt eine Ordnungsverfügung zugestellt. 14 Tage Quarantäne sind dabei laut Kreis nun die Norm. Es gebe aber auch individuelle Faktoren, welche in der Kontaktnachverfolgung berücksichtigt würden. Entscheidend sei letztlich, was in der Verfügung steht.

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