Weniger Einkommens-Millionäre in Castrop-Rauxel - in NRW werden es mehr

Statistik

In Castrop-Rauxel lebt nur eine Handvoll Menschen, die mehr als eine Million Euro pro Jahr verdient. In Dortmund sind es über 100. Aber die Millionärs-Dichte ist hier weit geringer als anderswo.

Castrop-Rauxel

, 30.06.2020, 10:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
In Castrop-Rauxel leben eine handvoll Menschen, die mehr als eine Million Euro im Jahr verdienen. In Dortmund sind es mehr als 100. Die Zahl der Einkommensmillionäre ist von 2015 auf 2016 um acht Prozent gestiegen.

In Castrop-Rauxel leben eine handvoll Menschen, die mehr als eine Million Euro im Jahr verdienen. In Dortmund sind es mehr als 100. Die Zahl der Einkommensmillionäre ist von 2015 auf 2016 um acht Prozent gestiegen. © dpa

Die Zahl der Einkommens-Millionäre in Castrop-Rauxel ist verhältnismäßig gering. In der 55.000-Einwohner-Stadt Meerbusch bei Krefeld lebten im Jahr 2016 - aus dem Jahr stammen die aktuellsten Zahlen zu dieser Erhebung des statistischen Landesamtes - 93 Einkommens-Millionäre. Das war die Stadt mit der höchsten Quote der 396 Städte und Gemeinden. Und wo liegt Castrop-Rauxel?

In der Europastadt lebten Ende 2015 sechs Einkommensmillionäre. Ein Jahr später waren es fünf. Die Quote, um Städte miteinander vergleichen zu können, bemisst das Landesamt auf 10.000 Einwohner. In Castrop-Rauxel sank die Quote von 0,8 auf 0,7. Damit rutschte die Stadt mit ihren rund 74.000 Einwohnern von Platz 248 im Jahr 2015 auf der NRW-Rangliste auf Rang 265 ab. Zum Vergleich: Die Nachbarstadt Datteln ist nur halb so groß, hat aber einen Einkommens-Millionär mehr unter ihren Einwohnern (Quote: 1,7, Rang 221).

Dortmund vor Bochum und Herne

In der Nachbarstadt Dortmund gab es zum 13.12.2016 131 Einkommens-Millionäre, also Menschen, die im Jahr 2016 mehr als eine Million Euro verdient haben. Das waren 21 mehr als im Jahr davor. Aber auch hier gilt: Die Quote der Millionäre je 10.000 Einwohner liegt mit 2,2 immer noch unter dem NRW-Durchschnitt: Der liegt bei 2,7. Meerbusch kommt als Spitzenreiter auf 16,9. In Herne (13 Personen, Quote 0,8) und Bochum (63 / Quote 1,7) liegen die Zahlen auf einem in unserer Region üblichen Niveau.

Düsseldorf liegt als erste Großstadt auf Platz 12 mit einer Quote von 7,6 (2015: 7,3). In absoluten Zahlen standen Köln und Düsseldorf mit 494 bzw.

463 Einkommensmillionären auf den ersten Plätzen. Ein Ort aus der näheren Umgebung mit einer hohen Quote ist Lüdinghausen: 16 Personen mit Einkünften von mehr als einer Million Euro im Jahr 2016 leben unter den 24.000 Einwohnern der Münsterland-Gemeinde. Platz 18.

Acht Prozent mehr Millionäre in NRW in einem Jahr

Und die allgemeine Entwicklung? Die zeigt, dass die Schere auseinander geht: Die Zahl der in NRW lebenden Einkommensmillionäre stieg im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent auf 5279. Im Landesdurchschnitt ergab sich eine

Quote von 3 Millionären pro 10.000 Einwohner (2015: 2,7).

Bei der Interpretation der Ergebnisse sei zu berücksichtigen, dass zusammen veranlagte Ehegatten als eine steuerpflichtige Person gezählt werden. Die Zahlen beruhen nämlich auf den Ergebnissen der Lohn- und Einkommensteuerstatistik 2016. Warum jetzt die Daten für 2016 vorliegen, erklärt die Behörde so: „Die anonymisierten Steuerdaten werden von den Finanzbehörden erst nach Abschluss aller Veranlagungsarbeiten für statistische Auswertungen zur Verfügung gestellt. Die Informationen sind die aktuellsten, die verfügbar sind.“

Millionärszahl hat nur geringe Auswirkungen

Für die Kommunen zahlen sich Millionäre in ihrer Bevölkerung übrigens steuerpolitisch kaum aus. Der Landschaftsverand Westfalen-Lippe erklärt das so: Sie gehen nur in geringem Umfang in die Berechnung einer Schlüsselzahl ein, die zur Aufteilung von 15 Prozent des gesamten Einkommensteueraufkommens eines Bundeslandes führt.
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