Wer hat die Schuld nach Kampf im Kreisel zwischen Quad und Mercedes?

rnStraßenverkehr

Eine brenzlige Situation gab es im Kreisverkehr nahe des Erinparks: Quad gegen Mercedes. Beide Fahrer behaupten, der andere habe gedrängelt und gefährdet. Ein Fall für das Gericht.

Castrop-Rauxel

, 20.11.2020, 19:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Situation erinnert an den Kampf zwischen David und Goliath. Quad gegen Mercedes. Ein Leichtfahrzeug gegen ein solides Auto. Dennoch fühlten sich beide Fahrzeugführer vom anderen bedrängt und gefährdet. Ein Fall für das Gericht.

Vorfahrt erzwungen, dichtes Auffahren und Ausbremsen, dabei mögliche Schäden am anderen Fahrzeug billigend in Kauf genommen. So die Anklagepunkte gegen den 31-jährigen Quad-Fahrer, der Ende Juni auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz war.

Sichtlich mitgenommen und aufgeregt saß er auf der Anklagebank. Fühlte sich als eigentliches Opfer und zu Unrecht angeklagt. Doch sein Kontrahent, ein 58-jähriger Oberhausener, war nach der geschilderten Situation schneller bei der Polizeiwache, erstattete Anzeige gegen den 31-Jährigen und wurde somit Zeuge im Verfahren.

Beinahe-Zusammenstoß passiert

Beide Fahrzeuge befanden sich in einem Kreisverkehr, wollten ihn auch beide Richtung Erinstraße verlassen. „Ich war im Kreisel, als mich der Zeuge kräftig anhupte und rechts überholte. Hätte ich nicht abgebremst, wären wir in der Ausfahrt zusammengestoßen“, schilderte der Quadfahrer den Beginn der Auseinandersetzung.

Kurz darauf, nach einer leichten Linkskehre, sei er wegen des stockenden Verkehrs kurz über den Standstreifen gefahren, habe dabei den Mercedes überholt. Und wollte eine Erklärung vom Autofahrer.

Der Quadfahrer bremste ab und stellte sich vor den Mercedes auf die Fahrbahn. Während er den Polizeiruf wählte, sei der 58-Jährige um ihn herum- und fortgefahren. Dabei, so schilderte der 22-jährige Bruder und Beifahrer, habe der Mercedes den Quadfahrer berührt. „Mein Bruder ist von der Haube gerollt“, sagte er im Zeugenstand aus.

Was im Kontrast zur Beschreibung des Mercedes-Fahrers stand. „Die beiden sind um mein Auto herumgesprungen, haben gefilmt. Da habe ich im Leerlauf Gas gegeben, um zu signalisieren, dass ich fahren will. Der hat sich auf meine Motorhaube fallen lassen“, so seine Version.

Freispruch für den Quadfahrer

Fakt war, dass er das Rennen zur Polizeiwache gewann. „Als wir bei der Polizei ankamen, war er schon da, wurde angehört“, so der Angeklagte. Eine halbe Stunde habe er gewartet, dann habe man ihm gesagt, er würde als Beschuldigter vernommen. Keiner habe ihm zuhören wollen. Der Führerscheinentzug für einen Monat sei ebenfalls bitter gewesen.

Obwohl der Mercedes-Fahrer die fragliche Fahrt durch den Kreisel mit einer Zeichnung anschaulich zu machen versuchte, blieb der Vorfall nicht nachvollziehbar. Seine Schilderung schien zudem nicht sehr glaubhaft. „Mit dem Bestreben, zuerst bei der Polizei zu sein, hat er den Schwarzen Peter weitergeben wollen“, so die Richterin. Ihr Urteil: Freispruch für den Quad-Fahrer.

Ob nun noch gegen den Mercedes-Fahrer ermittelt wird, blieb vor Gericht offen.

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