Die Regenbogenflagge gilt gemeinhin als Symbol der Queeren Bewegung. © picture alliance/dpa/SOPA Images via ZUMA Wire
Meinung

Wer mehr Rechte für die LGBTQ+-Community will, darf nicht CDU wählen

Jörg Schlösser hat Armin Laschet im TV nach dem Recht auf Plasmaspende für homosexuelle Männer gefragt. Laschets Antwort offenbart ein CDU-Problem, meint unsere Autorin.

Es war ein entlarvender Moment in der Wahlarena am Mittwochabend. Jörg Schlösser fragte Armin Laschet, ob er sich dafür einsetzen will, dass er und sein Mann Plasma spenden können. Laschet reagierte ausweichend. Diskriminierung dürfe es nicht geben, aber er kenne sich nicht aus, sagte er und verwies an den offen homosexuell lebenden Gesundheitsminister Jens Spahn. Ein eindeutiges, energisches: „Das will ich ändern“, war das nicht. Auch die Tatsache, dass der CDU-Kandidat das Thema nicht auf dem Schirm hat, beweist, dass er nicht der Anwalt der Queeren Community ist.

WAS BEDEUTET LGBTQ+?

Das Akronym LGBTQ+ kommt aus dem Englischen und steht für lesbian, gay, bisexual, transgender und queer, also lesbisch, schwul, bisexuell, transgender. Der Begriff queer hat keine adäquate deutsche Übersetzung. Er umfasst das Spektrum all jener, die sich nicht in klassische sexuelle oder geschlechtliche Rollenbilder einordnen lassen. Das „+“ soll dabei all jede inkludieren, die sich mit keiner der anderen Definitionen identifizieren können. Der Begriff „LGBTQ+“ beschreibt die Gemeinschaft der geschlechtlichen und sexuellen Minderheiten. Es gibt etliche Abwandlungen und Abweichungen des Akronyms.

Es ist wie immer, wenn es mit der CDU um die Rechte der LGBTQ+-Community geht. Man heuchelt Verständnis vor, will sich kümmern, aber wirklich Rechte zugestehen möchte man den Minderheiten dann auch nicht. Wer die CDU wählt, der wählt eine Partei, bei der 225 der 309 Bundestagsabgeordneten 2017 gegen die „Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts“ gestimmt haben.

Immer wieder wird in Interviews dann auf die eigenen LGBTQ+-Mitglieder verwiesen, aber progressiven Einsatz für absolute Gleichberechtigung gibt es nicht. Wichtige Themen wie Reproduktionsmedizin oder Transmenschen kommen im Parteiprogramm der CDU nicht vor. Linke, SPD, Grüne und FDP fordern eine Änderung des Grundgesetzes. Dann wäre auch die sexuelle Orientierung vor Ungleichbehandlung geschützt. Von der CDU hört man dazu nichts.

Über die Autorin
Volontärin
Jahrgang 2000. Ist in Bergkamen aufgewachsen und nach Dortmund gekommen, um die große, weite Welt zu sehen. Überzeugte Europäerin mit einem Faible für Barockmusik, Politik und spannende Geschichten
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Nora Varga