Wer seine Zigarettenkippen auf die Erde wirft, ist ein Umweltverschmutzer

rnKlare Kante

Jede Zigarettenkippe, die auf der Erde landet, verpestet die Welt. Warum begreifen Raucher das nicht? Wollen sie nicht oder können sie nicht? Dabei ist die Kippen-Lösung so einfach.

Castrop-Rauxel

, 11.02.2020, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Deutschland rauchten laut Epidemiologischer Suchtsurvey 2018 rund 23 Prozent der Erwachsenen. Das entspricht ungefähr 12 Millionen Menschen. Die Raucherquote machte bei Männern 26 und bei Frauen 20 Prozent aus. Die Zahl der Raucher in Deutschland ist dabei laut Deutscher Krebsgesellschaft weiter rückläufig - vor allem bei den Jugendlichen.

Nach Angaben der EU-Kommission sterben in der Europäischen Union jährlich 700.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. In Deutschland, so das Ärzteblatt, sind es jährlich 121.000.

Alarmierende Zahlen, nicht nur für Raucher, sondern auch für viele Menschen, die als Passivraucher den Qualm mit erleiden müssen. Für das Rauchen, da kann eigentlich auch kein Raucher widersprechen, spricht dabei: nichts!

75 Milliarden Zigaretten werden verkauft

Zigaretten sind teuer, Zigaretten sind krebsfördernd, das Rauchen lässt die Haut frühzeitig altern, Rauchen ist eine Sucht und schädigt auch noch unbeteiligte Nichtraucher, gerade Kinder.

Aber nicht nur durch den Rauch, sondern, und darum soll es hier gehen, durch das Gift, das in den Zigarettenresten steckt, die nach dem Rauchen übrig bleiben, wird die Umwelt geschädigt. Und dadurch alle Menschen, die selbst nichts mit dem Rauchen am Hut haben.

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75 Milliarden Zigaretten, 3 Milliarden Zigarren und Zigarillos, 23.813 Tonnen Tabak wanderten 2019 über die Ladentheke in Deutschland. Das hat das Statistische Bundesamt aktuell verkündet. Das ist zwar viel weniger als noch vor 30 Jahren, als fast die doppelte Menge an Zigaretten konsumiert wurden. Aber für unsere Erde ist es immer noch zu viel.

Viel zu viele Zigaretten landen auf der Erde

Denn längst nicht jede Zigarettenkippe landet dort, wo sie hingehört, im Aschenbecher und damit im Restmüll, der dann verbrannt werden kann. Nein, ein Großteil der Zigarettenreste wird achtlos und gedankenlos weggeschnippst und landet im Rinnstein, im Gras, im Beet, im Wald.

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Und damit landen allein in Castrop-Rauxel Millionen von Schadstoffträgern in der Umwelt. Zigarettenfilter, die biologisch nicht abbaubar sind, giftige und krebserzeugende Substanzen wie Nikotin, Arsen, Blei, Kupfer, Chrom, Cadmium und Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) gelangen so in den Boden und in Gewässer.

Wer schon einmal sich auflösende Kippen in Wasser der Bierresten gesehen hat, kennt die trübe braune Brühe, die entsteht. Das hält aber offenbar kaum einen Raucher davon ab, seine Kippe auf die Straße zu schmeißen, wo der Sud irgendwann in der Kanalisation landet und dann für teures Geld im Klärwerk aufbereitet werden muss.

Wer seine Zigarettenkippen auf die Erde wirft, ist ein Umweltverschmutzer

Mit solch einer Blechdose kann jeder Raucher seine Kippen umweltgerecht entsorgen. © Thomas Schroeter

Kaum ein Raucher macht sich Gedanken darüber, wenn er seine Kippe in den Wald schnippst und der Dreck, aufgelöst durch Regenwasser, ins Grundwasser sickert, unserem wichtigsten Lebensmittel.

Woher kommt diese Idee, dass ich meinen Müll überall hin schmeißen darf? Das gilt ja sogar für Raucher, die nie im Leben auf die Idee kämen, anderen Müll in die Gegend zu entsorgen. Aber ihren Stummel doch.

Dabei ist es alles doch so einfach

Dabei ist es so einfach: Auf Föhr, der nordfriesischen Insel, auf der ich seit vielen Jahren Urlaub mache, verkauften alle Läden schon vor über 30 Jahren Strandaschenbecher, damit die Kippen nicht im Sand vergraben werden.

Eine einfache Blechdose. Klappe auf, Kippe rein, Klappe zu. Und dann irgendwann die Raucherreste in die Mülltonne. Ist das zu viel verlangt? Ist das zu schwierig? Das kann mir kein Mensch erzählen. Wer das nicht macht, ist einfach nur eines: ein echter Umweltverschmutzer.

An dieser Stelle gestehe ich, dass ich das früher auch war. Bis mir Föhr das Problem bewusst gemacht hat.

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