Castrop-Rauxeler wollen mehr Digitalisierung / Skepsis bei Schul-Ausstattung

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Für viele Menschen ist die erfolgreiche Digitalisierung ein Muss für die Zukunftsfähigkeit der Städte. In Castrop-Rauxel schätzen die Bürger den Stand der Digitalisierung skeptisch ein.

Castrop-Rauxel

, 02.09.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadt Castrop-Rauxel hat hochtrabende Pläne, wenn es um die Digitalisierung in Castrop-Rauxel geht. „Ein digitales Castrop-Rauxel – das ist meine Vision“, ließ sich Bürgermeister Rajko Kravanja in einer Pressemitteilung von Anfang August zitieren. „Um dies ab 2022 zu realisieren, haben wir im Haushaltsplan eine volle Stelle für einen Digitalisierungsbeauftragten geschaffen.“

Der Digitalisierungsbeauftragte heißt Miguel Garcia. Er sieht seine Aufgabe an der Schnittstelle zwischen den Bürgerinnen und Bürgern und der IT: „Mir geht es darum, den Nutzer in den Vordergrund zu stellen und mit der Digitalisierung auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen.“ Tatsächlich kann einiges in Castrop-Rauxel online erledigt werden.

Was alles schon geht

Digital können Castrop-Rauxeler Urkunden bestellen, Auskünfte aus dem Melderegister erhalten oder Gewerbe anmelden, um nur einige Beispiele zu nennen.

Ebenfalls online kann man sehen, wie lange es noch dauert, bis der beantragte Ausweis abholbereit ist. Man kann Kindergarten-Plätze im Kita-Navigator online buchen und angesichts der Kommunalwahl können Wähler im Moment auch Briefwahl beantragen. Anders als andere Städte verfügt Castrop-Rauxel auch über eine stadteigene App, in der Mängel gemeldet werden und in der die Nutzer sich über Veranstaltungen informieren können.

Es ist viel in Planung

Am 4. August startete Castrop-Rauxel als Pilotkommune mit dem Service-Portal Emscher-Lippe. In Zukunft sollen Bürger hier Angebote in den Bereichen „Arbeit und Ruhestand“, „Gesundheit und Soziales“ oder „Gewerbe und Wirtschaft“ finden. Auf Anfrage der Redaktion erklärt die Stadt zu ihren Zukunftsplänen: „Ziel ist es, langfristig sämtliche digital zu beantragenden Dienstleistungen der Stadtverwaltung im Service-Portal online anzubieten und online bezahlbar zu machen.“

Bei unserer Umfrage "Die Stadtverwaltung in Castrop-Rauxel" haben 528 Personen teilgenommen. In der Umfrage wurden die Teilnehmer zu verschiedenen Bereichen des Stadtgeschehens befragt, unter anderem Verkehr, Kinderbetreuung, Kultur und Stadterscheinungsbild.

Damit geht die Stadt dem nach, was die Bürgerinnen und Bürger wollen. In unserer Umfrage zur Stadtverwaltung gaben fast drei Viertel der Befragten an, Angelegenheiten bei der Stadt oder dem Kreis digital zu erledigen.

Schule und Digitalisierung

Seit der Coronakrise ist klar: Die Schulen hinken allgemein in Sachen Digitalisierung hinterher. Auch die Teilnehmer unserer Umfrage empfinden die Schulen als nicht gut ausgestattet. Deutlich mehr Umfrage-Teilnehmer fanden, dass die Castrop-Rauxeler Schulen digital „eher nicht“ oder „gar nicht“ gut ausgestattet seien, als dass sie sich zu einem Lob hinreißen lassen wollten.

Auf Anfrage der Redaktion erklärt die Stadt: „Aktuell investiert die Stadt Castrop-Rauxel allein an den weiterführenden Schulen etwa 1,6 Millionen Euro in die WLAN und LAN-Infrastruktur.“

Das klingt zwar nach sehr viel, allerdings verfügen bislang nicht einmal alle weiterführenden Schulen über WLAN. Am Adalbert-Stifter-Gymnasium gibt es keines, wie Schulleiter Joachim Höck zuletzt in einem Interview mit unserer Redaktion erklärte.

Zur Digitalisierung gehört neben WLAN auch die Ausstattung mit Endgeräten. Hier plant die Stadt: „Jede Grundschule soll bis zum Jahresende über mindestens einen Tablet-Koffer mit 16 Endgeräten für eine Klasse verfügen.“

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