Jedes Jahr steigt die Zahl der Erstklässler in Castrop-Rauxel. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Grundschul-Anmeldungen

Wieder mehr Grundschüler: Bestehende Klassen werden nicht reichen

In Castrop-Rauxel steigt die Zahl der Grundschüler weiter. Deshalb muss die Stadt neu planen. Eine erste Grundschule steht bereit für mehr Klassen. Neu- oder Anbauten könnten notwendig werden.

Und wieder werden es mehr Kinder sein, die neu an die Grundschulen in Castrop-Rauxel kommen werden. 660 Erstklässler wurden bisher für das kommende Schuljahr 2022/23 angemeldet. Von 59 weiteren Kindern, die im Sommer schulpflichtig werden, weiß die Stadt.

Es könnten also etwa 720 Kinder sein, die eingeschult werden. Das ist schon wieder eine Klassenstärke mehr als in diesem Sommer. Und da wurde auch schon ein Plus von 87 Anmeldungen und damit ein Rekord verzeichnet.

„Von den Schülerzahlen passt es“, sagte Beigeordnete Regina Kleff im für Schulen zuständigen Betriebsausschuss am Donnerstag (18.11.) Das aber nur, wenn wie bereits im laufenden Jahr einige Grundschulen zusätzliche Klassen bilden. Auf Dauer aber müssen andere Lösungen her.

Prognosen gingen vor zehn Jahren noch von 500 Erstklässlern aus

In der interfraktionellen Runde, so Regina Kleff, wird gerade darüber gesprochen. Ähnlich wie zuletzt bei den weiterführenden Schulen ist dort jetzt der Schulentwicklungsplan für die Grundschulen Thema. Im Frühjahr soll der Plan den politischen Gremien vorgestellt werden. Anbauten, Neubauten, vieles ist denkbar.

Die Schülerzahlen werden eine ganze Weile noch so hoch sein. 2020 wurden 700 Kinder in Castrop-Rauxel geboren, die also 2026 eingeschult werden. Von den im noch geltenden, mehr als zehn Jahre alten Plan prognostizierten 500 Schülern ist man damit weit entfernt.

Sozialdezernentin Regina Kleff wird in der interfraktionellen Runde über die Entwicklung der Grundschulen in der Stadt diskutieren.
Sozialdezernentin Regina Kleff wird in der interfraktionellen Runde über die Entwicklung der Grundschulen in der Stadt diskutieren. © Stadt © Stadt

Dazu kommt, so Regina Kleff im Gespräch mit unserer Redaktion, dass zum einen die pädagogischen Anforderungen mit inzwischen üblichen Differenzierungsräumen Platz beanspruchen. Und der Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz wird ebenfalls einen bedarfsgerechten Ausbau fordern.

Cottenburgschule könnte komplett dreizügig werden

Mit jeder Schule will man ins Gespräch kommen, so die Beigeordnete. Jeder Stadtteil werde unter die Lupe genommen, auch mit Blick auf Neubaugebiete. Eine Lösung deutet sich bereits auf Schwerin an.

Jan Hagedorn ist der neue Leiter der Cottenburg-Grundschule.
Jan Hagedorn ist der neue Leiter der Cottenburg-Grundschule. © privat © privat

Jan Hagedorn, seit Februar 2021 Schulleiter der Cottenburgschule, stellte sich im Ausschuss vor. „Ich habe den besten Job der Welt“, sagte der 33-Jährige zur Freude der Ausschussmitglieder und erzählte von dem Imagefilm, der die Cottenburgschule vorstelle. Gemeinsam mit Regina Kleff konnte er außerdem berichten, dass seine Schule durchgängig dreizügig werden könnte. Schon in diesem Sommer wurde eine zusätzliche erste Klasse gebildet.

Platz sei da, so Hagedorn. „Das Hauptgebäude ist bereit für die Dreizügigkeit.“ Das aber erst, wenn für die OGS eine andere Lösung gefunden werde und diese ausgelagert werde. Dies sei aber auf dem Schulgelände, wo ein alter Pavillon ersetzt werden müsste, „leicht machbar“.

Die meisten Anmeldungen hat die Marktschule in Ickern

Beate Kruck stellte dem Ausschuss die aktuellen Anmeldezahlen an den Castrop-Rauxeler Grundschulen vor und verwies darauf, dass noch alles im Fluss sei. Auch mit Blick auf noch zu erwartende Anmeldungen. Erst zum 15. Januar wird feststehen, wie viele Klassen an jeder Schule eingerichtet werden. Eltern werden dann im Frühjahr informiert.


Im Fluss: Das gilt zum Beispiel für die Grundschule am Busch mit bislang erst 34 Anmeldungen. Die Schule ist dreizügig genehmigt, hat meist zwei Klassen pro Jahrgang. 2021 wurde sogar eine dritte erste Klasse eingerichtet. Auch im Bereich der Erich-Kästner-Schule mit derzeit 36 Anmeldungen werden noch weitere erwartet.

Am meisten Anmeldungen gibt es bislang mit 97 für die Marktschule Ickern. Sie ist vierzügig genehmigt, kann aber wegen fehlender Räume auch wegen der OGS der nicht in jedem Jahrgang vier Klassen aufnehmen.

  • Grundschule Alter Garten 81 (Anmeldestand Februar 2021: 81)
  • Grundschule Am Busch 34 (69)
  • Grundschule Am Hügel 61 (59)
  • Cottenburgschule 66 (63)
  • Elisabethschule 85 (81)
  • Erich-Kästner-Schule 36 (47)
  • Lindenschule 53 (57)
  • Marktschule Ickern 97 (66)
  • Waldschule 63 (80)
  • Wilhelmschule 84 (90)

Neun Kinder aus Castrop-Rauxel wurden an auswärtigen Schulen angemeldet.



Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

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