Wieder Rattengift in Castrop-Rauxel: Drei Hunde in Merklinde wurden gezielt vergiftet

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Es ist schon wieder passiert: In Merklinde haben drei Hunde Rattengift gefressen. Pervers: Die zwei Kaninchen- und der Zwergteckel wurden wohl gezielt vergiftet - im eigenen Garten.

Merklinde

, 14.02.2019, 11:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Thomas und Diana Klostermann sind geschockt. Denn ihre zwei Kaninchenteckel Anton und Fritz sowie Zwergteckel Smilla sind Opfer von Rattengift geworden. Und das vermutlich auch noch im eigenen Garten an der Kirchfeldstraße in Merklinde. „Sie müssen gezielt vergiftet worden sein“, ist sich Thomas Klostermann sicher.

Mit Giftködern am Gartenzaun gefüttert?

Als sehr lieb, freundlich und zutraulich beschreibt der Hundehalter seine Tiere im Alter von zwei, vier, und sechs Jahren. „Wenn jemand an den Zaun kommt, laufen sie zur Begrüßung hin“, erzählt der 61-Jährige. Deshalb liegt für ihn die Vermutung nahe, dass jemand die Hunde in solch einer Situation gezielt mit Giftködern gefüttert hat. „Oder das Gift wurde in den Garten geworfen. Aber ich habe alles abgesucht und nichts gefunden“, sagt Klostermann.

Im Garten können sich die Hunde frei bewegen. Dass die Vierbeiner sich die Vergiftung beim Gassigehen zugezogen haben, hält er quasi für ausgeschlossen. „Meine Frau führt die Hunde an der Leine. Sie würde mitbekommen, wenn sie etwas fressen“, erklärt Klostermann.

Ein ähnliches Schicksal hatte vor einigen Wochen Labrador-Hündin Luna erlitten. Sie hatte im Naherholungsgebiet an der Rennbahn Rattengift gefressen und musste später eingeschläfert werden.

Blut im Erbrochenen und am After

„Völlig apathisch und zittrig“ seien die Hunde in der Nacht von Montag auf Dienstag plötzlich gewesen. Besonders schlimm war die Lage bei Zwergteckel Smilla (6). Bei ihr kamen Blut im Erbrochenen und am After hinzu. Noch in der Nacht fuhr Thomas Klostermann deshalb mit der Hündin in eine Tierklinik nach Duisburg. „Zuhause bekommt man ja um die Uhrzeit keinen Tierarzt“, sagt Klostermann.

In Duisburg dann die traurige Diagnose: Smilla hat Rattengift gefressen. Ihr Zustand ist bedrohlich. Sofort bekommt sie Infusionen und hoch konzentriertes Vitamin K. Das soll das Rattengift, das die Blutgerinnung hemmt, bekämpfen.

Zwergteckel Smilla ist über den Berg

Die Maßnahmen haben Erfolg: „Smilla muss noch einen Tag in Duisburg bleiben, weil ihre Werte noch nicht so gut sind. Aber sie ist über den Berg“, sagt Diana Klostermann am Mittwoch.

Auch die Kaninchenteckel Anton (2) und Fritz (3) wurden am Dienstag in einer Castrop-Rauxeler Tierarztpraxis behandelt. Ihr Zustand war allerdings weniger dramatisch. „Sie hatten keinen großen Blutverlust, eher etwas wie eine Gastritis“, sagt Diana Klostermann. Und fügt hinzu: „Vielleicht haben sie nicht viel von dem Gift abbekommen. Smilla ist immer so verfressen.“

Gang an die Öffentlichkeit soll Hundebesitzer warnen

Am Mittwoch dann weicht das bange Hoffen der glücklichen Gewissheit: Alle drei Hunde werden wieder gesund. Trotz aller Freude und Erleichterung entscheiden sich die Klostermanns zum Gang an die Öffentlichkeit. Schließlich gebe es viele Hunde in der Nachbarschaft. Deshalb möchte das Ehepaar andere Hundebesitzer warnen.

Ob er einen Verdacht habe, wer seinen Tieren so etwas angetan haben könnte? „Beim besten Willen nicht“, sagt Thomas Klostermann. Und fügt an: „Aber es laufen ja genug Kranke da draußen rum.“ Leider muss man ihm da wohl recht geben.

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