Wird Kino Kurbel in Castrop-Rauxel wiederbelebt?

Miteigentümer äußert sich

Könnte es gelingen, das einzige Kino in Castrop-Rauxel noch mal anzukurbeln? Die Chancen jedenfalls stehen nicht schlecht. Das hat Miteigentümer Günter Schleich in einem Gespräch mit unserer Redaktion bestätigt. Denn es gibt einen möglichen Interessenten.

CASTROP-RAUXEL

, 04.10.2015, 17:07 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das ehemalige Kino "Die Kurbel" im Oktober 2015.

Das ehemalige Kino "Die Kurbel" im Oktober 2015.

Seit Ende Januar vergangenen Jahres dreht sich nichts mehr in der Kurbel an der Oberen Münsterstraße. Das Tischtuch zwischen Schleich und der Familie Kern aus dem schwäbischen Geislingen, die das Kult-Kino acht oder neun Jahre zur Freude des Castrop-Rauxeler Publikums am Laufen hielt, scheint zerschnitten.

„Wir haben das Gewerbe am 1. Februar 2014 abgemeldet“, sagt Dagmar Kern. Irgendwann müsse es gut sein. „Ich mag Castrop“, erklärt sie und fügt hinzu: „Es tut mir auch leid“, aber es gehe nicht mehr für sie.

Viel Geld nötig

Ein neuer Betreiber, ist sie sich sicher, müsste mehrere Hunderttausend Euro reinstecken in die Kurbel. Das Digitalisieren der Filme koste auch viel Geld. Gezeigt wurden in dem Kino Filme, die auf 35 Millimeter gedreht sind, was dem Stand der Technik schon lange nicht mehr entspricht. Bis 2019 müsse sie Pacht zahlen, berichtet Dagmar Kern, das sei für sie schwierig genug.

Bis zum 31. August 2019, bestätigt Günter Schleich. Er ist guten Mutes, dass es klappen könnte mit der neuerlichen Kino-Nutzung. Sein Entschluss, das Gebäude verkaufen zu wollen, steht fest.

Möglicher Interessent

„Reserviert hat es der Interessent schon mal“, erklärt Schleich. Der Mann komme ursprünglich aus Xanten und betreibe zwei Objekte in Bochum, auch wenn er nicht direkt aus der Kinobrache komme.

Mehrere Optionen gebe es, wenn der Interessent seine Kaufabsicht realisiere, sagt Schleich. Alles so zu lassen, wie es sei, die Digitalisierung voranzutreiben, das kleine Kino wegzunehmen und auf Gastronomie und Kleinkunst zu machen. Wie die Schauburg in Dortmund etwa.

„Wenn man es richtig anstellt, sieht es auch bei der staatlichen Filmförderung gar nicht schlecht aus“, sagt Schleich. Zwei Kriterien dafür seien schon mal erfüllt: Unsere Stadt hat weniger als 120.000 Einwohner und beim Interessenten handele es sich nicht um einen Großunternehmen.

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