Wochenmarkt-Händler haben von der Corona-Pandemie profitiert

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Der Einzelhandel in Castrop-Rauxel und der Region ist durch Corona sehr unterschiedlich betroffen. Zu den Gewinnern gehört zweifellos der Fahrradhandel, aber auch der Wochenmarkt profitiert.

Castrop

, 18.09.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Umsätze im nordrhein-westfälischen Einzelhandel waren im Juli 2020 real, also unter Berücksichtigung der Preisentwicklung, um 3,7 Prozent höher als im Juli 2019, hat jüngst das Statistische Landesamt Nordrhein-Westfalen (IT NRW) festgestellt.

Im Einzelhandel mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik

(+29,4 Prozent) sowie im Einzelhandel mit Sportausrüstungen und Spielwaren (+10,6 Prozent) wurde beispielsweise mehr umgesetzt als im entsprechenden Vorjahresmonat.

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Insbesondere der Einzelhandel mit Fahrrädern, -teilen und -zubehör (+25,9 Prozent) sorgte für ein anhaltendes Umsatz-Plus. Das bestätigte jetzt auch Volker Anderl von „Zweirad Anderl“ in Ickern. „Wir sind immer noch die Gewinner der Krise“, so Anderl, der von langen Schlangen vor seinem Laden berichtet und von einer hohen Auslastung der Werkstatt.

Für die ersten sieben Monate des Jahres 2020 ermittelten die IT-NRW-Statistiker für den gesamten Einzelhandel in NRW eine reale Umsatzsteigerung von 2,4 Prozent. Wenn man weiß, dass auch der Versand- und Internet-Einzelhandel mit einem Plus von 26,1 Prozent erneut eine beachtliche Umsatzsteigerung verzeichnen konnte, muss es an anderer Stelle viele Verlierer geben.

Profiteure hier, Verlierer dort

Der Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung und Schuhen etwa hat in diesem Jahr, sicherlich ebenfalls Corona-bedingt, einen massiven Einbruch erlebt: Hier steht laut IT NRW ein sattes Minus von 9,7 Prozent beim Umsatz. Ein Effekt, den Einzelhändler in Castrop-Rauxel zuletzt bestätigen konnten, der viel Engagement und viele neue Ideen nötig machte, um am Markt zu überleben.

Verlierer der Corona-Zeit ist auch der Lebensmittelhandel, in dem der Umsatz um 2,5 Prozent einbrach. Ganz anders sieht das Geschäft an den meisten Verkaufsständen auf dem Wochenmarkt aus. Was IT NRW mit einer Umsatzsteigerung von 9,7 Prozent mit Zahlen belegt, deckt sich mit der Erfahrung vieler Markthändler.

Edgar Dzielak ist seit 25 Jahren auf dem Markt, Helga Jabs gehört seit mindestens 15 Jahren zu seinen Stammkundinnen. Dzielak kann sich über das Geschäft nicht beklagen.

Edgar Dzielak ist seit 25 Jahren auf dem Markt, Helga Jabs gehört seit mindestens 15 Jahren zu seinen Stammkundinnen. Dzielak kann sich über das Geschäft nicht beklagen. © Thomas Schroeter

Nicht jeder Händler wollte am Donnerstagmorgen bei einer Runde über den Markt in der Castroper Altstadt über die Geschäftssituation sprechen, wer es tat, zeigte sich aber zufrieden.

Da ist etwa Edgar Dzielak, der mit seinem Kartoffel- und Eierstand quasi direkt vor dem Martins schon seit rund 25 Jahren zum Inventar des Wochenmarktes zählt. „Ich will mich über das Geschäft nicht beklagen, das ist in den letzten Monaten gut gelaufen“, erzählt er uns zwischen der Bedienung von zwei Stammkunden. „Ich mache das Geschäft gern und die Kunden sind mir treu“, kann er berichten.

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Auch am Fleischwagen der Firma Bork aus Datteln ist man mit dem Geschäft zufrieden. Die Chefin ist zwar nicht da, eine Verkäuferin bestätigt aber, dass die Kunden auch oder gerade in der Corona-Zeit sehr zuverlässig kämen.

Und Matthias Kortmann aus Seppenrade, der am Lambertusplatz Eier, Wild und Geflügel anbietet, erzählt, dass es zu Anfang der Corona-Pandemie große Unsicherheit gegeben habe. „Wir wussten nicht, wie das mit einem Hygiene-Konzept hier auf dem Markt klappen würde, aber dann haben wir als Markthandel wirklich sehr profitiert“, so Kortmann.

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„In den Geschäften musste man Schlange stehen, das mit dem Abstand war da schwierig, die Kuden sehr verunsichert. Das hat uns hier an der frischen Luft sehr geholfen“, beschreibt der Geschäftsmann seine Erfahrung. „Jetzt merkt man langsam, dass Normalität reinkommt, es wird hier wieder ruhiger. Aber uns geht es gut“, so Kortmann.

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