Das Baugebiet „Wohnen an der Emscher“ heißt nun „Am Emscherufer“. Hier sollen rund 70 Wohneinheiten entstehen. © Jens Lukas
Baugebiet

Wohnen am Emscherufer: Partei fordert ausschließlich Holzhäuser

Der Bebauungsplan steht in seinen Eckpunkten. Die öffentliche Auslegung ist seit Mitte Januar vorbei. „Wohnen an der Emscher“ rückt näher. Jetzt kommt eine Partei mit einer irren Idee um die Ecke.

Seit 8. Januar können Bürger keine Einwände mehr gegen den Entwurf des Bebauungsplans 245H äußern: Das Baugebiet „Wohnen an der Emscher“, das nun „Am Emscherufer“ heißt, rückt näher. Nun meldet sich eine Partei zu Wort, die eine schrille Forderung aufstellt.

Viele Diskussionen ranken sich seit Jahren um dieses Gebiet: Die Alte Eiche ist zum Symbol geworden dafür, dass Naturschützer und Anwohner diesen grünen Fleck unterhalb einer Hochspannungsleitung gern erhalten würden. Sie schafften es, den rund 250 Jahre alten Baum zu retten. Er soll ein markanter Teil des Neubaugebiets werden, für das der Investor Dreigrund seit Jahren plant.

Nun kommt ein neuer Dreh hinzu: Die Partei „Die Linke“, mit zwei Sitzen im Stadtrat vertreten, hat offenbar Einwände geltend gemacht und das in einer Stellungnahme kundgetan. Die Pläne des Investors müssten nach ihrer Ansicht deutlich verändert werden. Die Fraktion fordert im Namen von Ulrich Häpke, dass zwischen Emscher und Heerstraße, also auf dem gesamten Areal, Holzhäuser errichtet werden.

Drei- bis viermal so hohe Treibhausgas-Emissionen

„Da allein die Herstellung von Beton zu einem erstaunlich großen Teil für den Treibhauseffekt und die Klimakrise verantwortlich ist“, heißt es zur Begründung. „Nach einer vom Umweltbundesamt finanzierten Untersuchung verursachen Häuser in Massivbauweise zwei- bis fast dreimal so viele Treibhausgase wie die Holzbauweise“, schreibt Häpke.

Weitere Forderungen: Der Lärmschutz müsse auch während der Bauphase eingehalten werden. Man solle darum zur notwendigen Verdichtung des Baugrunds auf Ramm- und Rüttel-Verfahren verzichten. Am EvK hatte eine Ramme vor einigen Monaten für wochenlange Beeinträchtigungen in der Nachbarschaft gesorgt. Stattdessen solle man auf Pressverfahren setzen.

Zudem sollten zwei Bodenschichten separat analysiert sowie alle von der Bodenschutz-Verordnung geforderten Schadstoffe untersucht werden. Es seien Schadstoffe gefunden worden, „z.B. Arsen knapp unter dem Grenzwert für Wohngebiete“, so die Linke.

30 Prozent sozialer Wohnungsbau

Der hier zum Teil vorliegende schutzwürdige Boden solle von Bebauung ausgenommen werden. 30 Prozent der entstehenden Wohnungen sollten „sozial- bzw. preisgedämpft errichtet werden, was in benachbarten Städten schon längst praktiziert wird“.

Von Dreigrund geplant sind Doppel- und Einzelhäuser, zum Teil in Niedrigenergie-Bauweise. An der Wartburgstraße und an der Eiche sollen zusätzlich zwei Mehrfamilienhäuser errichtet werden. Insgesamt sind ca. 70 Wohneinheiten im Plangebiet vorgesehen. „Die Siedlung soll durchgrünt werden und die Ansprüche an klimagerechtes Wohnen erfüllen“, heißt es auf der Internetseite der Stadtverwaltung.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock