Yacht-Besitzer versuchte Feuer selbst zu löschen

Brand im Castrop-Rauxeler Hafen

Viel blieb von der etwa 13 Meter langen Motoryacht "Isabell", die am Freitag im Pöppinghauser Yachthafen in Brand geraten war, nicht übrig. Die Löscharbeiten waren eine Herausforderung für die Feuerwehr, denn aus dem sinkenden Schiff trat Öl aus. Nun gibt es erste Erkenntnisse zur Brandursache.

CASTROP-RAUXEL

, 16.10.2017, 15:39 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wie die Polizei Duisburg, deren Kommissariat die Ermittlungen aufgenommen hat, jetzt mitteilt, habe der Besitzer der Yacht noch versucht, sie zunächst selbst zu löschen. Als der Versuch erfolglos blieb, alarmierte er die Feuerwehr. Der Mann war mit seinem Boot gerade erst von einer Tour zurück in den Heimathafen gekommen und habe das Boot dann für kurze Zeit verlassen. 

Als er zurückkehrte, stand die Yacht bereits in Flammen. Bei Eintreffen der Helfer habe er unter Schock gestanden, sei aber unverletzt, so die Polizei. Das Feuer sei offenbar in der Kajüte ausgebrochen, die genaue Brandursache ist allerdings noch ungeklärt. Der Schaden beträgt 100.000 Euro. 

Was war passiert?

Auf der 13-Meter-Yacht war am späten Freitagnachmittag ein Feuer ausgebrochen. 50 Feuerwehrmänner aus Castrop-Rauxel und zusätzliche Spezialisten der Dortmunder Berufsfeuerwehr waren daraufhin im Einsatz, um den Brand zu löschen und das auf den Grund des Kanals gesunkene Boot zu bergen. 

Der Einsatz im Yachthafen am Ringelrodtweg in Pöppinghausen war auch für erfahrene Feuerwehrleute außergewöhnlich, wie der Castrop-Rauxeler Feuerwehrsprecher Michael Meissner gesteht: „Solche Einsätze sind die absolute Ausnahme, an eine im Wasser brennende Yacht kann ich mich in den vergangenen Jahren gar nicht erinnern.“

Was war passiert? Gegen 16.45 Uhr hatte die Kreisleitstelle Recklinghausen Alarm geschlagen, das Einsatzstichwort hieß „Schiffsbrand“. Vor Ort stellte sich heraus, dass eine Motoryacht am Ufer des Rhein-Herne-Kanals in Höhe des Yachthafens aus unklarer Ursache in voller Ausdehnung brannte. Menschen waren zum Glück nicht an Bord. Die Rauchwolke, die dabei entstand, war weithin sichtbar und führte etwa auf  Facebook  zu vielen Fragen, was da denn wohl los sei.

Kampf gegen Öl

Die Castrop-Rauxeler Einsatzkräfte von der hauptamtlichen Wache und den freiwilligen Löschzügen Habinghorst und Henrichenburg konnten das Feuer vom Ufer aus innerhalb kürzester Zeit erfolgreich bekämpfen. Sie konnten jedoch das Sinken des etwa 13 Meter langen Schiffes nicht verhindern. Damit sich der Treibstoff aus der gesunkenen Motoryacht nicht weiter im Kanalwasser verteilen konnte, brachten die Feuerwehrleute Ölsperren auf dem Kanal aus.

Um das Schiff zu bergen und eine weitere Umweltgefährdung zu verhindern, forderte die Castrop-Rauxeler Feuerwehr gegen 18.30 Uhr dann die Berufsfeuerwehr aus Dortmund zur Hilfe an. Die Berufsfeuerwehr Dortmund rückte dann mit zwei Spezialeinheiten am Kanal an. Die Einheit „Wasserrettung“ der Feuerwache Nord und die Spezialeinheit „Bergung“ der Feuerwache Mitte mit 20 Einsatzkräften wurden dabei von einem Führungsdienst begleitet.

"Großen Respekt"

Neben elf Tauchern waren laut Dortmunder Wehr neun Unterstützungskräfte dabei. Den Tauchern der Berufsfeuerwehr Dortmund gelang es, Hebegurte unter dem gesunkenen Schiff anzubringen, sodass der Dortmunder Feuerwehrkran das Wrack zunächst bis an die Wasseroberfläche anheben konnte.

Michael Meissner: „Dabei hat man schon großen Respekt vor der Arbeit der Dortmunder Taucher gewonnen. Wie die es geschafft haben, in der Dunkelheit und bei nahezu keiner Sicht unter Wasser die Hebegurte so präzise anzubringen, dass der Kran das Boot heben konnte, war schon beeindruckend.“ Das Hebegeschirr, so die Dortmunder Feuerwehr, stellte der Automobil- und Motorbootclub Castrop-Rauxel (AMC) zur Verfügung, der den Hafen betreibt.

Fast neun Stunden Einsatz

Nach dem erfolgreichen Anheben des Bootes seien dann der Kraftstofftank und anschließend das Wrack leergepumpt worden. Meissner: „Eine angeforderte Spezialfirma nahm hierbei mit einem Saugwagen den Kraftstoff und das durch ausgetretenen Diesel verunreinigte Wasser auf.“

Nach Abschluss dieser Pumparbeiten hob der Kranwagen der Berufsfeuerwehr Dortmund das nun leere Bootswrack an Land und setzte es in Ufernähe ab. Da war es immerhin schon 1.30 Uhr am Samstagmorgen, der Einsatz am Yachthafen lief da also schon seit fast neun Stunden.

Ermittlungen aufgenommen

Die Leute aus Dortmund konnten danach zu ihren Feuerwachen abrücken. Für die Castroper Feuerwehr war der Einsatz laut Meissner sogar erst gegen 3 Uhr am Samstagmorgen beendet. Die Wasserschutzpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Die hatte am Freitagabend auch die Einstellung des Schiffsverkehrs auf dem Rhein-Herne-Kanal in dem betroffenen Kanalabschnitt während des Einsatzes veranlasst.

Auch für die Wasserschutzpolizei seien solche Fälle eine Seltenheit, wie Pressesprecher Ramon van der Maat auf Anfrage unserer Redaktion erklärte: „So etwas kommt in NRW durchschnittlich einmal im Jahr vor.“ Dabei hätte ein solcher Vorfall noch viel weitreichendere Folgen haben können. Denn wenn Schiffe im Hafen dicht beieinander liegen, könne ein Brand auch schnell auf die Nachbarboote übergreifen. Einen solchen Fall habe es Anfang des Jahres in Minden gegeben.

In einer vorherigen Version hatten wir geschrieben, dass die Yacht 20 Meter lang sei. Dies mussten wir korrigieren, sie ist nur 12,6 Meter lang.

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