Zahl der Radfahr-Unfälle soll halbiert werden - ADFC bietet E-Bike-Training an

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Auf Castrop-Rauxels Straßen sind im vergangenen Jahr 42 Radfahrer verunglückt. Martin Kühl-Lukas, Vorsitzender des örtlichen ADFC weiß, wie man die Zahl verringern könnte.

Castrop-Rauxel

, 13.03.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Zahl der Radfahrunfälle in Castrop-Rauxel lag in den vergangenen Jahren immer zwischen 38 und 45. Das zeigt die die Verkehrsunfallstatistik der Polizei. In der Statistik tauchen nur die Unfälle auf, bei denen die Polizei tatsächlich vor Ort war. Nicht berücksichtigt sind die Unfälle, bei denen Radfahrer beispielsweise eine Notbremsung machen mussten und ausrutschen oder sie nur knapp einer aufgehenden Autotür ausweichen konnten.

Auffällig ist der Polizei zufolge aber die Unfallentwicklung bei den Pedelec- und E-Bike-Nutzern. Grund dafür sei der weiterhin sprunghafte Anstieg von Neuanschaffungen technisch unterstützter Fahrräder. Dieses Verkehrsmittel ersetze zunehmend das klassische Fahrrad, insbesondere bei älteren Verkehrsteilnehmern,.

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So hat es in Castrop-Rauxel 2019 sieben verunglückte Senioren auf Fahrrädern gegeben, im Jahr davor waren es nur zwei. „Senioren unterschätzen oft die Geschwindigkeit“, erklärt Martin Kühl-Lukas, Vorsitzender des ADAC Castrop-Rauxel. Ohne Antrieb seien sie oft mit rund 14 km/h unterwegs gewesen. Wenden sie jetzt die gleiche Kraft auf, seien es schon 22 km/h. Das wiederum verlängere den Bremsweg und das führe zu Unfällen.

Gleichzeitig müsse man geschickter sein, um E-Bike zu fahren, da es viel schwerer sei. Martin Kühl-Lukas: „Wen wir die Zahl der Fahrradunfälle halbieren könnten, hätten wir schon viel erreicht.“

Verbesserungen im Straßenverkehr

Sind die Radfahrer fit, müssten die Voraussetzungen aber auch noch angepasst werden, betont Martin Kühl-Lukas und zählt einige Dinge auf:

  • Radfahrer müssten bei Ampelschaltungen bevorzugt werden. In einigen Städten gibt es spezielle Fahrradfahr-Ampeln, die auf Höhe der Radfahrer sind und einige Sekunden vor der Auto-Ampel auf grün schalten. Dadurch komme es zu weniger Abbiege-Unfällen.
  • Radwege müssten konsequenter rot eingefärbt und deutlich markiert werden. Im Idealfall sollten sie sogar mit Pollern abgegrenzt werden. Kühl-Lukas: „Das wäre unser Traum.“
  • Radwege müssten in den Kreisverkehr gelegt werden und nicht außen herum, wie etwa am Kreisel vor dem Ickerner Knoten. Dort müssten Radfahrer, die einmal rum fahren wollen bei jeder Abbiegung absteigen und über den Zebrastreifen schieben.
  • Die gestrichelten Schutzstreifen müssten eine einheitliche Breite bekommen.

Der ADFC Vest Recklinghausen bietet ab 2020 die Seminarreihe „E-Bike fahren – aber sicher!“ an. Erfahrene Radfahrlehrer und Tour-Guides des ADFC, darunter auch Martin Kühl-Lukas, vermitteln den Teilnehmern in einer Tagesveranstaltung den Umgang mit dem eigenen E-Bike in Theorie und Praxis.

Unfallfrei E-Bike fahren

Neben der Vermittlung von Spaß und Freude beim E-Bike-Fahren steht die sichere und unfallfreie Teilnahme am Straßenverkehr im Vordergrund. Trainiert wird mit maximal zehn Teilnehmern zunächst auf einem Übungsplatz und zum Abschluss machen alle eine gemeinsame Fahrradtour im Straßenverkehr.

Das erste Seminar findet statt am Samstag, 18. April, von 10 bis 17 Uhr in RE-City, Dortmunder Straße 20, in Recklinghausen. Kosten: 29 Euro inklusive Verpflegung.

Anmeldungen und Fragen per E-Mail an adfcfst@gmx.de oder unter Tel. (0173) 983 27 37. Bis September sind monatliche Folgeveranstaltungen geplant, die Termine werden Anfang April bekanntgegeben.

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