Mit Abstand und Maske warten die Kinder trotz des Regens ordentlich auf ihr Zeugnis © Kallenbach
Corona

Zeugnisvergabe verläuft am EBG reibungslos – eng wird es später

Trotz des Corona-Lockdowns gab es am EBG Zeugnisse in der Schule – mit Abstand und Maske. Das klappte einwandfrei. Es gab aber auch Kritik. Und für einige Schüler wurde es hinterher eng.

Am Ernst-Barlach-Gymnasium (EBG) ist am Freitagmorgen (29. Januar) ein seit dem Lockdown nur noch seltener Anblick zu bestaunen: Es tummeln sich wieder Schüler auf dem Schulgelände – zumindest einige.

Zur Zeugnisausgabe hatte das Gymnasium seine Türen geöffnet, wenigstens die der Sporthalle. Denn hier konnten sich die Schüler im Eingangsbereich ihre Halbjahresnoten abholen. Jede Jahrgangsstufe in einem anderen Zeitfenster, damit das Infektionsrisiko minimal bleiben würde.

Eine Gelegenheit, die Klassenkameraden wiederzusehen

Den Start um 8 Uhr machen die fünften Klassen, eine Stunde später die Schüler der Klasse 6 und so weiter. Gerade die jüngeren Schüler finden es toll, bei der Gelegenheit, ihre Freunde und Klassenkameraden wiederzusehen. „Ich habe meine beste Freundin jetzt seit Weihnachten nicht mehr gesehen. Da ist es toll, jetzt wenigstens Zeugnisse vergleichen zu können“, meint eine Schülerin.

Die Schüler bekommen ihre Zeugnisse an der Tür jeweils einzeln überreicht.
Die Schüler bekommen ihre Zeugnisse an der Tür jeweils einzeln überreicht. © Kallenbach © Kallenbach

Denn obwohl viele Eltern bescheinigen, dass der Online-Unterricht am EBG wirklich gut funktioniert, finden viele Schüler es dennoch anstrengend, teilweise acht Stunden am Stück vor dem Laptop zu sitzen.

Kinder beachten Abstands- und Maskenregeln

„Das ist für die Augen echt anstrengend“, erzählt Mia aus der sechsten Klasse. Sie hat gerade ihr Zeugnis abgeholt. Vorher hat sie geduldig und mit Abstand gemeinsam mit ein paar Klassenkameraden vor dem Eingang der Sporthalle gewartet. Dabei ist beachtlich, dass sich alle Kinder ans Maskengebot halten, man sieht niemanden, der auch nur kurz den Mund-Nasen-Schutz heben würde – geschweige denn: ihn abnähme.

Mia hat gerade ihr Zeugnis abgeholt, jetzt geht es direkt wieder nach Hause.
Mia hat gerade ihr Zeugnis abgeholt, jetzt geht es direkt wieder nach Hause. © Kallenbach © Kallenbach

„Die Kinder sind es ja schon gewohnt“, sagt Klassenlehrer Tim Schiller, der die Schüler der Reihe nach einzeln in seine „Notenkabine“ kommen lässt. „Bereits im Sommer mussten wir eine Zeugnisvergabe unter besonderen Bedingungen organisieren. Die sah ganz ähnlich aus, wir haben also fast schon Routine.“

Organisation der Schule spaltet Eltern

Dennoch ist Mias Vater von der Organisation beeindruckt: „Hier ist echt nichts auszusetzen. Ich finde es gut, dass die Schule sich die Mühe macht, jedem Schüler noch mal die Möglichkeit zu geben, ein paar persönliche Worte mit seinem Klassenlehrer zu wechseln.“

Mit Überraschungen müssen weder Eltern noch Schüler rechnen, wichtige Noten seien bereits im Vorfeld telefonisch mitgeteilt worden, erzählt Schiller. Genau deswegen gibt es aber auch kritische Stimmen zur Abhol-Aktion. Ein Vater meint: „Wieso konnten die Zeugnisse nicht einfach zugeschickt werden? Das wäre aus Sicht des Infektionsschutzes viel sicherer, zumal wir ja bereits individuelle Gespräche mit den Lehrern hatten.“

Klassenlehrer Till Schiller in seiner
Klassenlehrer Tim Schiller in seiner „Notenkabine“ © Kallenbach © Kallenbach

Doch an den Infektionsschutz halten sich die Kinder auch so gut. Nur zwei, maximal drei Schüler stehen beieinander, um über ihre Zeugnisse zu sprechen. Mia und ihr Vater machen sich unterdessen wieder auf den Weg nach Hause. Wie viele andere sind die beiden mit dem Auto gekommen.

Bedenken vor Busfahrten

„Mein Kind lasse ich in diesen Zeiten sicher nicht mit dem Bus fahren“, meint ein Vater. Da warte er lieber wie die meisten anderen Erwachsenen während der Zeugnisvergabe im Auto. „Wenn alle Kinder mit dem Nahverkehr kommen würden, wäre das ganze Prozedere sinnlos. In den vollen Bussen ist es garantiert nicht sicher.“

Besonders ältere Schüler hingegen fahren mit dem Bus. „Da haben wir noch ein bisschen Zeit mit unseren Freunden“, meint eine Schülerin. So wird es bei der Abreise doch eng – und FFP2-Masken trägt auch nicht jeder Schüler.

Wann sich die Kinder an der Schule wiedersehen, steht unterdessen noch nicht fest. Frühestmöglicher Termin für die Wiederaufnahme des Präsenz-Unterrichts ist aktuell, Montag, der 15. Februar.

Über den Autor
Volontär
Geboren in Dorsten, nach kurzem studienbedingten Besuch im Rheinland jetzt wieder in der Region. Hat Literatur- und Theaterwissenschaften studiert, findet aber, dass sich die wirklich interessanten Geschichten auf der Straße und nicht zwischen zwei Buchdeckeln finden lassen.
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