Zahl der Drogendelikte in Castrop-Rauxel nimmt stark zu

rnRauschmitteldelikte

In Deutschland nimmt die Zahl der Drogendelikte stetig zu. Auch für Castrop-Rauxel hat die Polizei 2019 einen starken Anstieg verzeichnet. Besonders ein Ereignis ist dafür verantwortlich.

von Inka Hermanski

Castrop-Rauxel

, 11.09.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Bundeskriminalamt verzeichnet bundesweit einen Anstieg der Rauschmitteldelikte. Der Drogenhandel und der Konsum illegaler Drogen hätten in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. Auch in Castrop-Rauxel?

„Man kann Castrop-Rauxel zwar nicht mit den Zahlen einer Großstadt vergleichen, doch auch in Castrop-Rauxel gibt es Drogenkriminalität“, sagt Andreas Lesch, Pressesprecher der Polizei Recklinghausen.

Er bestätigt einen Anstieg der Drogenkriminalität auch für Castrop-Rauxel: „Im Vergleich zum Vorjahr gab es im letzten Jahr einen Anstieg der Drogendelikte um 60,59 Prozent“.

In absoluten Zahlen spreche man 2019 von 326 Fällen.

Darunter fallen jedoch nur die Delikte, die tatsächlich aufgeklärt und zur Anzeige gebracht werden können. Die Dunkelziffer sei größer. Generell seien „immer wieder Zu- und Abnahmen im Bereich der Drogendelikte“ zu verzeichnen.

Mehr Drogendelikte durch mehr Kontrolle

Der hohe Anstieg aus dem vergangenen Jahr lässt sich laut dem Polizeisprecher durch vermehrte Kontrollen erklären. „Bei der Drogenkriminalität handelt es sich um Kontrolldelikte“, sagt Andreas Lesch.

Sprich: Je mehr kontrolliert wird, umso eher steigen die Fallzahlen. Die starke Zunahme des vergangenen Jahres stehe laut Polizei auch im Zusammenhang stehen mit zwei Großverfahren in Castrop-Rauxel. Damals hatte die Polizei knapp 400 Marihuana-Pflanzen in Ickern und Bladenhorst gefunden und sichergestellt.

Im Zuge eines solchen Einsatzes werden dann nicht nur eine Strafanzeige, sondern gleich „Dutzende Strafanzeigen gestellt.“

Aufklärungsquote bei Drogendelikten sehr hoch

Die Aufklärungsquote sei im Bereich der Drogenkriminalität sehr hoch. Bei Rauschmitteldelikten sei ziemlich sicher auszumachen, wer die Droge besitzt und sich so strafbar macht. Denn obwohl der Konsum der Droge in Deutschland nicht verboten ist, ist es der Besitz doch.

Den Schwerpunkt aller erfassten Rauschmitteldelikte in Castrop-Rauxel bilde die Droge Cannabis mit gut 60 Prozent. An zweiter Stelle stehe mit 18 Prozent der Besitz und die Zubereitung von Amphetaminen.

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Nicht verwunderlich, wie Andreas Lesch erklärt: „Wer Cannabis konsumiert, um runter zu kommen, benötigt häufig in der Folge Amphetamine, um wieder gepuscht zu werden und in die Gänge zu kommen.“ Für das Jahr 2020 könne man hier eine sehr ähnliche Entwicklung beobachten.

Auch in diesem Jahr könnten die Fallzahlen in Sachen Rauschmitteldelikten steigen. Erst in dieser Woche gab es in Ickern wieder einen SEK-Einsatz. Fünf mutmaßliche Drogen-Händler wurden festgenommen.

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