Zusammenhalt klappt manchmal doch noch: Ein kleines bewegendes Beispiel

#wirhaltenzusammen

Geschimpft wird viel. Um so schöner ist es, wenn jemand nicht meckert, sondern anderen Menschen Danke sagt. So wie es jetzt Annette Steinmetz-Herzog getan hat, die für Flutopfer spenden wollte.

Castrop-Rauxel

, 26.07.2021, 08:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wir halten zusammen: Dieses Motto stand am Beginn der Corona-Pandemie, ging aber vielfach unter.

Wir halten zusammen: Dieses Motto stand am Beginn der Corona-Pandemie, ging aber vielfach unter. © Verlag

Annette Steinmetz-Herzog wohnt an der Römerstraße. Vor gut einer Woche bekam sie über eine WhatsApp-Gruppe den Aufruf, für ein Flutopfer zu spenden. Auf Rückfrage hieß es: kein Geld, aber Sachspenden wie Kleidung, Hygieneartikel und Lebensmittel würden sofort gebraucht.

Was dann am Samstag, 17. Juli, passierte, hat uns Annette Steinmetz-Herzog geschrieben und wir geben das hier gern einmal im Originalwortlaut wieder und weiter.

Das Erlebnis von Annette Steinmetz-Herzog

„Um 12 Uhr kaufte ich ein DHL Paket in Habinghorst und dort wurde mir gesagt, wenn ich bis 13 Uhr das Paket in Castrop bei der Post abgebe, wird es noch heute befördert.

Also Sachen gekauft, eingepackt und um 12.59 Uhr stand ich vor der Post in Castrop. Dort wurde mir mit einem (süffisanten ) Lächeln, und trotz Hinweis, dass es ein Hilfspaket sei, die Türe buchstäblich vor der Nase zugemacht.

Was tun? Die Zeit drängte. Also gegenüber in einen Shop, auch DHL. Dort hieß es, wir können leider nur Retouren annehmen. Vor dem Kiosk saßen vier Leute, die wohl meine Verzweiflung und Wut merkten. Ich fragte sie, ob sie wüssten, wo ich das Paket heute noch aufgeben könnte, und sie meinten im Widumer Tor.

Fragezeichen in meinem Gesicht, und dann nahm sich einer das schwere Paket und begleitete mich zur Einkaufspassage. Vor dem Eingang parkte gerade der DHL-Transporter und lud Pakete ein. Ich bat den Fahrer, auf mein Paket zu warten, und das tat er auch.

In der Lottoannahmestelle ging es dann auch recht schnell, und so konnte das Paket zeitnah und buchstäblich in letzter Minute, abgeschickt werden.

Auf diesem Weg möchte ich mich bei den netten Leuten vorm Kiosk, dem DHL-Fahrer und der Lottoannahmestelle im Widumer Tor für die Unterstützung bedanken. Auf ihre Weise haben sie direkt einem Flutopfer geholfen. Nochmals danke!“

Motto vom Beginn der Corona-Pandemie

Mit etwas Hilfe untereinander hat das Versenden des Fluthilfepaketes also noch schnell funktioniert. Ganz getreu dem Motto, das zu Beginn der Corona-Pandemie eigentlich einmal für das Zusammenleben ausgegeben worden war und für den nötigen Kitt in der Gesellschaft unabdingbar ist: #wirhaltenzusammen

Und damit das auch jeder in Castrop-Rauxel lesen kann, haben wir natürlich bewusst darauf verzichtet, diesen Artikel hinter die Bezahlschranke zu stellen. Denn die Botschaft von Annette Steinmetz-Herzog soll überall ankommen.

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