In diesem Haus an der Hebewerkstraße werden gleich drei Wohnungen versteigert. © Thomas Schroeter
Immobilien

Zwangsversteigerung: Attraktive Immobilien sehen irgendwie anders aus

Baujahr 1906, drei große Wohnungen von 120, 97 und 95 Quadratmetern. Klingt für einen Käufer erst mal spannend. Wenn da nicht zwei Umstände wären, die der Immobilie deutlich Charme rauben.

Die Lage der Immobilie(n) ist nicht gerade das, was man 1a nennen würde. Aber der Preis, zu dem man hier Wohnraum bekommen kann, könnte diesen Nachteil für manchen Zeitgenossen aufwiegen.

In einem Henrichenburger Mehrfamilienhaus sind bald drei Eigentumswohnungen im Wege der Zwangsvollstreckung zu ersteigern. Das fragliche Haus liegt an der Hebewerkstraße 58. Im Erdgeschoss befindet sich ein Café.

Drei große Wohnungen werden versteigert

Dazu beherbergt das Gebäude, das 1906 errichtet und später durch An- und Umbauten erweitert worden ist, drei Wohnungen in den durchaus attraktiven Größen von 120, 97 und 95. Außerdem werden einige massiv gemauerte Garagen auf dem Grundstück mitversteigert.

Angesichts der Wohnungsgrößen wird man dann aber spätestens bei den aufgerufenen Verkehrswerten ins Grübeln kommen. Denn die Wohnungen sollen lediglich zwischen 33.000 und 57.000 Euro kosten, sogar inklusive der Garagen.

Das Gebäude an der Hebewerkstraße hat einen kleinen Nachteil: Es liegt quasi direkt neben der Autobahnbrücke der A2. Ruhig ist diese Lage also schon mal nicht.
Das Gebäude an der Hebewerkstraße hat einen kleinen Nachteil: Es liegt quasi direkt neben der Autobahnbrücke der A2. Ruhig ist diese Lage also schon mal nicht. © Thomas Schroeter © Thomas Schroeter

Bei näherem Hinsehen versteht man die Preis-Kalkulation. Laut Gutachten nämlich ist das Objekt in einem mangelhaften Zustand. Bauschäden und Baumängel seien genauso erheblich wie der Modernisierungs- und Instandhaltungsstau.

Vor Ort stellt man dann bei einem Besuch an dem Haus einen weiteren durchaus erwähnenswerten Mangel fest. Das Gebäude liegt nicht nur an der Vielbefahrenen B235, sondern quasi auch direkt neben der Autobahn A2, die hier bekanntlich in Brückenlage über die Bundesstraße führt.

Eine ruhige Lage sieht anders aus, aber schließlich heißt die Bushaltestelle direkt vor dem Haus auch nicht umsonst „Autobahnauffahrt“. Hinzu kommt noch, dass der beauftragte Gutachter weder das Innere des Gebäudes noch den nicht von der Straße aus einzusehenden Teil des Gartens/Hofes besichtigen konnte.

Auch die Garagen am Gebäude werden mitversteigert. © Thomas Schroeter © Thomas Schroeter

Ob die drei angebotenen von insgesamt vier Wohneinheiten in dem Gebäude daher bei der Zwangsversteigerung großes Interesse hervorrufen werden, bleibt abzuwarten. Wer weder durch Lage noch durch den maroden Zustand abgeschreckt ist: Die Versteigerung soll am Dienstag, 7. Dezember, um 9.30 Uhr

im Sitzungssaal I des Amtsgerichts Castrop-Rauxel an der Bahnhofstraße 61/63 über die Bühne gehen.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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Thomas Schroeter