Zwei Einzelhändler bauen am Westring

Anträge eingereicht

Während in der Altstadt von Castrop-Rauxel viele Geschäfte schließen, ist der Westring bei großen Einzelhandelsketten beliebt. Sie wollen neue Filialen mit viel Ladenfläche auf die Freiflächen bauen. Einige Geschäfte in der Altstadt fürchten, dass ihnen die großen Läden Kunden abwerben.

CASTROP-RAUXEL

, 08.06.2016, 18:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zwei Einzelhändler bauen am Westring

Noch ist eine Brache zwischen Kärcher und Hammer am Westring. Doch ein Discounter will sie füllen.

Rewe macht dicht, Goebel und Lübke schließen, von Aufbruchstimmung kann in der Altstadt wahrlich keine Rede sein. Ganz anders dagegen die Situation auf der ehemals grünen Wiese – dem heutigen Westring-Center. Aldi will neu bauen, Rossmann unbedingt auch an diesen Standort.

Zwei Bauanträge eingereicht

Zwei Bauanträge sind bei der Stadt eingereicht, wie Architekt Udo Scheffler bestätigt. Aldi ist schon seit sieben Jahren am Westring, will sich aber jetzt vergrößern. 1000 Quadratmeter umfasst der bisherige Laden, für den es auch schon eine Nachfolgenutzung geben soll. Der Neubau neben Kärcher und Hammer soll 1440 Quadratmeter groß werden und hohe Decken bekommen.

Und die Drogeriekette Rossmann zieht es mit Macht nicht nur in den neuen Send-Komplex in Henrichenburg, sondern eben auch an den Westring. „Einen Fast-Food-Betrieb habe ich auch noch auf der Liste“, sagt Scheffler, für den ordentlich Musik im Westring-Center zu vernehmen ist.

Keine Schädigung der Altstadt laut Gutachten

Und was ist mit der Zentrenschädlichkeit? Laut Scheffler sagen die von der Stadt verlangten Gutachten aus, dass „keinerlei Schädigung“ für die Altstadt mit den neuen Plänen einhergeht. „Wir werden das sehr sorgfältig prüfen“, erklärt der Technische Beigeordnete Heiko Dobrindt.

Tatsache sei, dass es einen rechtskräftigen Bebauungsplan gebe, dass Einzelhandel am Westring zulässig sein kann, wenn gutachterlich festgestellt wird, dass er keine erheblichen Auswirkungen auf den Einzelhandel gibt. Bei DM in der Altstadt, da muss man gar nicht groß spekulieren, könnte es also möglicherweise deutlich leerer werden.

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Was wird aus der Nahversorgung in der Altstadt, wenn in den Rewe am Biesenkamp kein neuer Einzelhändler einzieht? Bliebe Kaufland. Und bliebe Edeka Gronemann an der Dortmunder Straße, der aber laut städtischem Einzelhandelskonzept nicht zum Altstadtbereich zählt. 

Politisches Gezerre um die Altstadt

Bliebe der verwaiste Standort an der Kleinen Lönsstraße, wo die Unternehmerfamilien Heier und Dräger seit Jahren investieren wollen, aber nicht so dürfen, wie sie es für sinnvoll erachten. Zur Altstadt zu gehören, das wird ihnen seit Jahren nicht zugestanden. Das Gezerre darum in der Politik hat schon vor Jahren bemerkenswerte architektonische Lösungen für die Schmuddelecke unter der Altstadt-Unterführung scheitern lassen. Noch heute sagt etwa der TBG: „Das hat mir damals gut gefallen.“

Schon unkt es in Castrop von den Dächern, die Altstadt könnte die neue Lange Straße werden. In der jüngsten Bauausschusssitzung sind die Kleine Lönsstraße und das Heilen des vom Oberverwaltungsgericht gekippten Bebauungsplanes aus prozesstaktischen Gründen von der Tagesordnung abgesetzt worden. 

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