Zwei Familien sollen ihre Häuser am Kanal räumen

Ärger um Ausbau-Pläne

Es klingt wie ein Schildbürgerstreich: Der Ausbau des Rhein-Herne-Kanals in Henrichenburg beginnt in fünf Jahren, aber zwei Familien sollen schon in diesem Jahr ihre Häuser räumen. Die Häuser werden abgerissen, so die Planung. Unverständlich für die beiden betroffenen Familien.

HENRICHENBURG

, 09.06.2016, 18:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Für die Schifffahrt wird der Rhein-Herne-Kanal von derzeit 35 auf 42 Meter verbreitert. Beim Ausbau werden Brücken und zwei Häuser abgerissen.

Für die Schifffahrt wird der Rhein-Herne-Kanal von derzeit 35 auf 42 Meter verbreitert. Beim Ausbau werden Brücken und zwei Häuser abgerissen.

Es ist alles noch reichlich Zukunftsmusik. Doch für mindestens zwei Familien ist der Ausbau des Rhein-Herne-Kanals eine mehr als kniffelige Angelegenheit. Sie müssen nämlich raus aus ihren Häusern. Weg vom Wasser. Die Wasserschifffahrtsverwaltung will die Häuser nicht mehr. Sie sollen abgerissen werden.

Am Mittwochabend stand die frühzeitige Bürgerbeteiligung der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes in ihrer Immobilie neben dem neuen Schiffshebewerk hinter der Stadtgrenze an. Dort konnten die zuständigen Ludger Ahrens und Johannes Paß keine Antwort geben auf die Frage von Frank Koproch, warum er dieses Jahr schon ausziehen soll.

Familien sollen schon jetzt ausziehen

Der Anwohner der Suderwicher Straße hatte auf die deutliche Zeitspanne hingewiesen, die zwischen dem Start des Ausbaus und seiner Kündigung liegt. Erst 2021 soll es los gehen auf der Strecke von 3,5 Kilometern, die auf unserem Stadtgebiet liegt und die allein 35 Millionen Euro verschlingt. Und zwar mit den Brücken.

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Erst ein Jahr später soll es an die Verbreiterung und Vertiefung des Kanals gehen. Nicht nur theoretisch plausibel, dass Koproch und seine Frau gerne länger in ihrem Haus blieben. Ob das möglich sei, müsse die Behörde in Duisburg-Meiderich sagen, wurde Koproch beschieden.

Das hat der Mann nach eigenem Bekunden schon probiert, aber bis jetzt ohne Erfolg zu haben. Auch das Thema Ausbau der Suderwicher Straße gehört nicht zum Aufgabenspektrum der Schifffahrtsverwaltung. Hier ist der Landesbetrieb Straßen.NRW gefragt.

Behelfsbrücke an der Lambertstraße

Reichlich Zahlen um Höhen, Tiefen, Widerlager, Spundwände und Co. gab es bei diesem ersten Info-Aufschlag. Am interessantesten sind sicherlich Abriss und Neubau der Becklem-Brücke und die Anpassung an die Lambertstraße. Auf jeden Fall wird es für Radfahrer und Fußgänger eine Behelfsbrücke geben. Die Lambertstraße muss zeitweilig vollgesperrt werden, die Suderwicher Straße für mehrere Abschnitte auch.

Die Arbeitszeiten liegen zwischen 7 und 20 Uhr. „In Ausnahmefällen auch nachts“, erklärte Paß. Ende 2023 soll das Los 8 fertiggebaut sein. Wenn alles so klappt wie vorgesehen, soll die Planfeststellung in zwei Jahren erfolgen. 

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