Coronavirus

Zweistellige Zahl von Corona-Impfdurchbrüchen in Castrop-Rauxel

Eine Corona-Impfung schützt nicht vollständig gegen die Infektion an sich. In Castrop-Rauxel ist es schon zu Impfdurchbrüchen gekommen. Aber die Zahlen zeigen auch, wie sehr eine Impfung schützt.

Aktuell sind 119 Castrop-Rauxeler und Castrop-Rauxelerinnen nachweislich mit dem Corona-Virus infiziert (Stand 7.9.). Das ist so nachzulesen in den Statistiken, die das Kreisgesundheitsamt seit fast Beginn der Pandemie veröffentlicht. Momentan immer von montags bis freitags. In Hoch-Pandemiezeiten hat der Kreis sein sogenanntes Dashboard auch am Wochenende aktualisiert.

Seit gut einem Monat erhebt das Gesundheitsamt noch eine weitere Zahl, die aber nicht in die im Internet abrufbaren Statistiken eingepflegt wird, zumindest bisher nicht: die Zahl der Impfdurchbrüche. Damit sind Corona-Erkrankte gemeint, die sich nachweislich angesteckt haben, obwohl sie eigenen Angaben nach bereits vollständig geimpft waren.

Diese Zahlen werden in einer internen, tagesaktuellen Statistik erfasst, so Svenja Küchmeister, Pressesprecherin des Kreises. Demnach sind unter den 119 Infizierten, die es momentan in Castrop-Rauxel gibt, 13 Impfdurchbrüche. Das heißt: Mehr als jeder Zehnte Corona-Infizierte ist vollständig gegen das Virus geimpft.

Umgekehrt heißt das allerdings: Die weit überwiegende Zahl der Infizierten, nämlich fast 90 Prozent, ist eben nicht vollständig geimpft – obwohl ihr Anteil in der Bevölkerung nur rund 35 Prozent ausmacht.

Ihren Impfstatus müssen Erkrankte übrigens nicht verpflichtend nennen, deswegen sind die Zahlen nicht 100-prozentig genau. Svenja Küchmeister sagt: „Es gibt allerdings auch keine Rückmeldungen darüber, dass sich Erkrankte sträubten, anzugeben, ob sie geimpft sind oder nicht.“

Bisher 33 Impfdurchbrüche in Castrop-Rauxel

Insgesamt gibt es laut Küchmeister in Castrop-Rauxel seit Beginn der Pandemie 33 bekannt gewordene Fälle von Impfdurchbrüchen. Bei bisher 4144 bestätigten Fällen machen diese damit nicht mal ein Prozent aus. Allerdings können diese Zahlen nicht aussagekräftig in Relation gesetzt werden: Die Zahl der Infizierten wird seit Frühjahr 2020 ermittelt. Impfdurchbrüche sind erst möglich, seitdem es überhaupt vollständig Geimpfte geben kann. Also allerfrühestens seit Februar 2020.

Und statistisch nachgehalten werden sie laut Küchmeister im Kreis erst seit gut einem Monat. Vor vier Wochen hat es in Castrop-Rauxel demnach neun Impfdurchbrüche gegeben. Der gesamte Kreis kommt laut der neuen Erhebung auf insgesamt 325 Menschen, die trotz Impfung an Covid-19 erkrankt sind.

Aktuell sind es 144 Fälle von insgesamt 1222 – das entspricht knapp 12 Prozent. 181 der trotz Impfung erkrankten Menschen gelten damit bereits wieder als genesen. 20 der Genesenen leben in Castrop-Rauxel.

Impfdurchbrüche gibt es im ganzen Kreis: So zählt Waltrop derzeit beispielsweise 11 aktuelle Fälle, Haltern kommt auf 15. Inzidenzen aufgesplittet nach Impfstatus der Erkrankten werden laut Kreis nicht eigens berechnet.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Ist fürs Journalistik-Studium vor 20 Jahren nach Dortmund gezogen und hat danach jahrelang in der Nachrichtenredaktion gearbeitet. Lebt schon lange im Dortmunder Westen und freut sich, hier und in Castrop-Rauxel auch journalistisch unterwegs zu sein.
Zur Autorenseite
Natascha Jaschinski