Qualifikation

Dringend gesucht: Verstärkung für den ambulanten Pflegedienst

Ambulante Pflegeassistentinnen lernen sieben Monate lang in Theorie und Praxis. Danach ist ihnen eine Anstellung sicher. Unternehmer Knut van der Wurp freut sich auf die Verstärkung.

Als Knut van der Wurp sich 2018 in seiner Geburtsstadt Dorsten selbstständig gemacht hat, peilte er für die ersten Jahre eine Handvoll Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und rund 30 Kunden an. Jetzt ist sein Betrieb drei Jahre alt, und Wurp hat 42 Mitarbeiter (37 Frauen und fünf Männer) und mehr als 300 Kunden.

Der Unternehmer, der seit 30 Jahren in der Pflege beschäftigt ist, ist selbst erstaunt über diese rasante Entwicklung, die er so nicht vorgesehen hat und die ihn eine Menge Kraft gekostet hat: „Aber jetzt ist alles gut“, erklärte er am Dienstag bei einem Termin mit dem Agentur für Arbeit in seiner Firma an der Pliesterbecker Straße. „Ich habe mein Leben zurück.“

Pflegedienst van der Wurp kennt keine Personalprobleme

Das hat wohl auch damit zu tun, dass van der Wurp nicht von Personalproblemen geplagt wird. „Gestern haben sich zum Beispiel zwei Pflegekräfte bei mir vorgestellt, die ich direkt eingestellt habe“, berichtet er zufrieden.

Zwei weitere neue Mitarbeiterinnen saßen mit am Tisch, als Agenturchef Frank Benölken die aktuellen Arbeitsmarktzahlen erläuterte und eine brandneue Qualifizierungsmaßnahme für den Pflegemarkt präsentierte. Andrea Schröder und Olga Grünwald absolvieren die siebenmonatige Ausbildung zu ambulanten Pflegeassistentinnen.

Den ersten anstrengenden (Online-)Schulblock haben sie hinter sich, 300 Unterrichtsstunden sind vorgeschrieben, dazu dreimal vier Wochen Praktikum. Beide Frauen haben Erfahrungen in der Pflege, Andrea Schröder hat als Pflegeassistentin in einem Seniorenheim gearbeitet, Olga Grünwald im hauswirtschaftlichen Bereich der Pflege. Wenn die sieben Monate rum und die Prüfung bestanden ist, dürfen beide auch in der Behandlungspflege zupacken.

„Das ist in der ambulanten Pflege ganz wichtig“, erklärt Knut van der Wurp, „dann dürfen die beiden zum Beispiel auch Medikamente reichen und niemand muss dafür noch extra rausfahren.“ Was er damit gleichzeitig durchblicken lässt: Die beiden Frauen haben eine feste Stelle sicher, wenn die sieben Monate erfolgreich vorbei sind.

Chef garantiert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Sie kommen dann endgültig in ein Team, von dem van der Wurp sagt, es sei das beste der Welt und das er mit besonderen Arbeitsbedingungen bei der Stange hält. Alleinerziehende Mütter zum Beispiel dürfen auf die „Mutti-Tour“. Der Chef erklärt: „Sie können morgens erst ihre Kinder versorgen. Erst dann beginnt ihr Dienst. Am Wochenende werden sie möglichst nicht eingeteilt.“

Eine solche Dienstplan-Organisation sei aufwendig, aber möglich. „Bevor wir eine unzufriedene Kollegin verlieren“, verspricht van der Wurp, „ermöglichen wir ihr die Teilnahme am geliebten Zumba-Kurs, auch wenn der in den Spätdienst fällt.“

Außerdem zahle er ein bis zwei Euro pro Stunde mehr als etliche Mitbewerber, auch das sorge für zufriedene Mitarbeiter.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Geboren und geblieben im Pott, seit 1982 in verschiedenen Redaktionen des Medienhauses Lensing tätig. Interessiert an Menschen und allem, was sie anstellen, denken und sagen.
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Petra Berkenbusch

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