Vor allem Lastwagen haben an der Lünsingskuhle/Carl-Benz-Straße mit einem ungünstigen Winkel zu kämpfen, auch deswegen soll die Straße künftig direkt über das baumbestandene Grundstück zur dahinter liegenden Kreuzung führen. © Michael Klein
Gewerbegebiet

Gewerbegebiet Dorsten-Ost: Hauptdurchfahrt soll teils verlegt werden

Aus einem 17.000 Quadratmeter-Wäldchen im Industriegebiet Dorsten-Ost soll ein Gewerbegrundstück werden. Dafür soll ein Teil der Straße „Lünsingskuhle“ verlegt werden - aus drei Gründen.

Die Planungen für die Umwandlung des Wäldchens im Gewerbegebiet-Ost in eine Gewerbefläche schreiten weiter voran. Die Stadt will dafür ein Teilstück der Straße „Lünsingskuhle“ verlegen. Der Umwelt- und Planungsausschuss soll am Dienstag (28.9., 17 Uhr, großer Sitzungsaal des Rathauses) grünes Licht für die Aufstellung des nötigen Bebauungsplans geben.

Die „Lünsingskuhle“ führt als Haupterschließung quer durch das Gewerbegebiet, von der Schleusenstraße bis zum DHL-Paketzentrum. Einen neuen Weg nehmen soll sie ganz im Osten auf gut 50 Metern Länge ab Höhe Coca-Cola-Lager.

Von dort soll die Fahrbahn über eine bisher mit Bäumen bewachsenen Fläche direkt zur Kreuzung Carl-Benz-Straße/Gottlieb-Daimler-Straße führen. Der Verkehr wird also nicht mehr die dortige Kurve nehmen müssen.

Über die Kreuzung soll dann auch mit einer kleinen „Umleitung“ der Verkehr von und zum Coca-Cola-Lager und DHL-Frachtpostzentrum geführt werden. Das nicht mehr benötigte Stück der Lünsingskuhle soll komplett zurück gebaut werden.

Da Coca-Cola und DHL beide unter der Adresse „Lünsingskuhle“ firmieren und ihre Anschriften behalten sollen, dürfte der aktuell Carl-Benz-Straße heißende Strang zwischen den beiden Unternehmen und der Kreuzung in „Lünsingskuhle“ umbenannt werden.

Die Lünsingskuhle soll künftig direkt zur dieser Kreuzung Carl-Benz-Straße/Gottlieb-Daimler-Straße geführt werden. Sie soll einen Fußgängerweg bekommen.
Die Lünsingskuhle soll künftig direkt zur dieser Kreuzung Carl-Benz-Straße/Gottlieb-Daimler-Straße geführt werden. Sie soll einen Fußgängerweg bekommen. © Michael Klein © Michael Klein

Laut Stadt verfolgt die Verlegung der Straße mehrere Ziele. Die Anbindung an die Carl-Benz-Straße werde besser, da die jetzige Situation insbesondere für abbiegende große Lastwagen einen ungünstigen Winkel aufweist. Für Fußgänger werde es sicherer, da auf der Nordseite der Kreuzung ein Fußweg angelegt werden soll.

Und da die nördlich des jetzigen Wäldchens parallel zur Lünsingskuhle verlaufende und derzeit auf einer Seite abgesperrte Gottlieb-Daimler-Straße künftig Teil der Firmenerweiterungsfläche für dortige Unternehmen werden soll, soll sie privatisiert werden – dadurch spart die Stadt Unterhaltungskosten.

Zu den möglichen Kosten der Verlegung gibt es noch keine Infos, bezahlt werden können sie laut Stadt auch durch den Verkauf der jetzigen Waldflächen an die interessierten benachbarten Betriebe.

So sieht der Plan aus: Gelb in der Mitte ist der geplante neue Verlauf der öffentlichen Straßen (längs in der Mitte die
So sieht der Plan aus: Gelb in der Mitte ist der geplante neue Verlauf der öffentlichen Straßen (längs in der Mitte die „Lünsingskuhle“), nördlich der „Lünsingskuhle“ das geplante Gewerbegebiet auf der Fläche des jetzigen Wäldchens (dunkelgrau), südlich die Grünfläche mit dem dem Galgenbach. © Stadt Dorsten © Stadt Dorsten

Die städtische Wirtschaftsförderung (WinDor) soll die rund 17.000 Hektar-Waldfläche entwickeln und veräußern. Von dem Baumbestand, der sich hier in den vergangenen 30 Jahren entwickelt hat, wird laut Stadt ein Viertel stehen bleiben und in die Planung aufgenommen – sei es im Grünkonzept für die neue Bebauung, sei es entlang des Galgenbaches, der das Gelände durchzieht.

Grünfläche

Für alle Bäume (auch für die, die stehen bleiben) soll andernorts ein Ausgleich geschaffen werden. Südlich der Lünsingskuhle führt der Galgenbach als offener Vorfluter, die Stadt will ihn dort weiter öffnen, auch im Straßenstück, das aufgegeben wird.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein