Store-Manager Thorsten Hellwig freut sich, dass im Modehaus SiNN das Warenangebot ausgebaut wurde. Neue Marken wir Marco Polo kamen in Dorsten hinzu. © Stefan Diebäcker
Einzelhandel

Modehaus SiNN lässt die Mensing-Vergangenheit hinter sich

Insolvenz. Corona-Lockdown. Neuer Name. Das muss man erst mal verkraften. Mensing ist Geschichte, in Dorsten macht es jetzt „SiNN“. Die Startphase ist vorbei - ein Ausblick.

Für Thorsten Hellwig und seine Mitarbeiter begann im Frühjahr eine neue Zeitrechnung. Jahrelang verkörperten sie das Modehaus Mensing in der Dorstener Innenstadt. Jetzt arbeiten sie in größtenteils unveränderter Besetzung für „SiNN“. „Trotzdem ist vieles anders“, sagt der Store-Manager.

Regale voll, neue Marken

Im Frühjahr und nach dem Lockdown haben die Kunden „einen leeren Laden vorgefunden“, jetzt sind die Regale und Garderobenstangen voll. Das Sortiment auf 3.500 Quadratmetern Verkaufsfläche sei „tiefer“ als früher, Marken wie Wellensteyn oder Marco Polo habe es vorher nicht gegeben. „Richtig cool“, findet Thorsten Hellwig die Warenauswahl inzwischen.

Und doch dauert es offenbar, bis aus dem treuen Mensing-Kunden ein verlässlicher SiNN-Kunde geworden ist. „Die Menschen sind noch verhalten, aber das hat natürlich auch mit Corona zu tun“, sagt Hellwig. Mit regelmäßigen Aktionen, beginnend an diesem Freitag und Samstag, will das „erste Haus am Platz“ auf sich aufmerksam machen und Überzeugungsarbeit leisten.

Modehaus sucht noch Personal

Das fällt leichter mit Personal, das die Kunden aus früheren Zeiten kennen. „Die meisten unserer 50 Mitarbeiter sind geblieben, einige auch freiwillig gegangen“, sagt der Store-Manager. Neue Mitarbeiter – in Vollzeit oder auf Stundenbasis – zu finden, sei allerdings gerade schwierig. Das kennt man beispielsweise auch aus der Gastronomie.

Früher galt das Dorstener Haus als Flaggschiff der Bottroper Mensing-Gruppe mit den besten Umsätzen aller acht Filialen. „Das ist immer noch so“, betont Hellwig. Unter den bundesweit 33 SiNN-Standorten befinde man sich derzeit „im gehobenen Mittelfeld“. Dem Chef in Dorsten reicht das offensichtlich nicht. „Wir werden uns noch mehr als jetzt ins Gespräch bringen mit Aktionen und guter Ware“, verspricht er.

Schon in diesem Herbst sollen weitere Shop-Systeme an der Lippestraße installiert werden. Gerade rechtzeitig, denn es ist nicht nur für Thorsten Hellwig „schön zu sehen, dass endlich wieder Leben in der Dorstener Altstadt ist“.

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker