Simona Besser, Inhaberin Christiane Rex und Christin Hakenfort: Auch die Inhaberin des La Piazza in Dorsten hat die Folgen der Pandemie zu spüren bekommen. Der Personalmangel sei aber nicht allein dadurch entstanden, erklärt sie. © Lisa Wissing
Corona-Pandemie

Pandemie trifft einige Wirte hart: „Ich musste um die Hälfte verkleinern“

Die Folgen der Corona-Pandemie bekommt die Dorstener Gastronomie ganz unterschiedlich zu spüren. Während die einen Wirte verkleinern mussten, zog die Pandemie an anderen spurlos vorbei.

Geänderte Öffnungszeiten oder zusätzliche Ruhetage sind in der Dorstener Gastronomie aktuell zwar noch kein Thema, aber auch hier macht sich die Corona-Pandemie bemerkbar. „Wir haben uns um knapp die Hälfte verkleinert“, erklärt etwa Mourad Ben Cheikh, Inhaber des Restaurants „Da Fabio“ an der Haltener Straße 17b.

Ehemalige Mitarbeiter haben sich umorientiert

Vor dem ersten Lockdown konnten die Gäste in seinem italienischen Lokal noch an rund elf Tischen Platz nehmen. „Seit vier Monaten haben wir uns aber verkleinert. Wir haben nur noch fünf Tische“, sagt er knapp. Grund dafür sei, wie bei vielen anderen Gastronomen auch, die Pandemie. Sein Personal bestehe zurzeit aus seiner Frau und seinem Sohn. „Wir sind nun ein Familienbetrieb.“ Er selbst arbeitet in seinem Restaurant als Koch. Seine Familie ist für den Service zuständig.

Im Restaurant „La Piazza“ am Markt hat Inhaberin Christiane Rex mit einer anderen Folge der Pandemie zu kämpfen – dem Personalmangel. „Aktuell ist es schwierig. Bei uns fehlen vorwiegend die Aushilfen, wobei der Mangel nicht allein durch die Pandemie entstanden ist“, erklärt sie. Seit Mitte Mai hat das Restaurant wieder geöffnet. In den Lockdown-Monaten haben sich einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verabschiedet und beruflich umorientiert.

So haben sie etwa ein Studium begonnen oder sind weggezogen, sagt Christiane Rex. Deshalb ist sie im Moment auf der Suche nach neuem Personal. „Das Problem ist, dass viele, die überlegen, in der Gastronomie zu arbeiten, noch Bedenken wegen eines weiteren Lockdowns haben. Das ist ihnen einfach zu unsicher“, erklärt die Inhaberin. Sie selber denke nicht, dass es noch mal zu einem Lockdown kommt.

Im Schlemmereck lief es trotz der Pandemie gut

Ein Lichtblick ist dennoch in Sicht: Bereits zwei Bewerbungen konnte Christiane Rex entgegennehmen. „Jetzt kommt ja auch eine ruhigere Zeit, da sind weniger Neuzugänge okay.“ Mit der Anzahl an Gästen ist sie zurzeit zufrieden. „Das einzige Manko ist das Wetter, aber ansonsten läuft es gut.“ Ab einschließlich 14. November wird der Sonntag außerdem zum Ruhetag im „La Piazza“.

Keinen Ruhetag gab es im Gegensatz dazu für Eric Jaeger. Er ist der Inhaber des Partyservices Schlemmereck am Söltener Landweg 59. „Ruhetage waren bei uns kein Thema“, sagt er stolz. Genauso wenig Thema seien Personalmangel und damit verbundene Einschränkungen der Öffnungszeiten. Sein Imbiss laufe genauso gut wie vor der Pandemie, erklärt er.

An Eric Jaeger ist die Pandemie spurlos vorbei gezogen. „Personalmangel war bei uns noch nie ein Thema“, sagt der Inhaber des Partyservices Schlemmereck in Dorsten. © Privat © Privat

„Imbisse sind davon auch eher weniger betroffen als die Restaurants.“ Denn diese konnten schnell auf einen Lieferdienst zurückgreifen. Auch bei ihm nehmen viele Kunden seit der Corona-Pandemie das Essen mit nach Hause. „Wir haben auch ein paar Plätze draußen. Diese nutzen die Gäste auch sehr gerne. Und für die 3G-Regelung haben längst nicht alle, aber viele Gäste Verständnis“, sagt der Inhaber.

Den Eintritt in die Innengastronomie ausschließlich für Geimpfte und Genesene findet er trotzdem nicht verkehrt. Die meisten seiner Gäste seien ohnehin geimpft, betont er. Damit ist er nicht allein. Der gleiche Fall besteht bei Hans-Georg Eckrath, Inhaber des Wacholderhäuschens an der Alleestraße 36.

„Wir könnten schon jetzt die 2G-Regelung einführen. Fast alle Gäste, die zu uns kommen, sind geimpft“, erklärt der Wirt. Da er keine Laufkundschaft bediene, habe die Pandemie keine Spuren hinsichtlich der Öffnungszeiten hinterlassen. Das Wacholderhäuschen betreibt er zusammen mit seiner Familie, sodass auch hier kein Personalmangel entstand.

Mourad Ben Cheikh vom Restaurant Da Fabio und Christiane Rex vom Restaurant La Piazza haben keine Bedenken, was eine mögliche 2G-Regelung angeht. „Hier in Deutschland sind die Leute vernünftig. Deswegen glaube ich nicht, dass es diese Regel geben wird“, sagt Mourad Ben Cheikh.

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