18-Jähriger saß wegen sexueller Nötigung auf der Anklagebank

Verfahren eingestellt

Das Verfahren wegen sexueller Nötigung gegen einen 18-jährigen Wulfener wurde am Mittwoch gegen eine Geldbuße ans Frauenhaus eingestellt. Der junge Mann musste sich am Dorstener Amtsgericht verantworten.

Dorsten

von Von Michael Klein

, 10.04.2013, 15:07 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Dazu waren alle Beteiligten zu betrunken.“ Die Vorwürfe gegen den Angeklagten, einen 18-jährigen Azubi aus Wulfen, wogen schwer: Er soll damals einen Freund angestachelt haben, mit einer hilflosen, weil stark alkoholisierten 16-jährigen Schülerin Geschlechtsverkehr auszuüben. Als das Mädchen schrie, habe er ihr den Mund zugehalten. Und bevor sie durch Dornensträucher flüchten konnte (wobei sie sich an den Beinen verletzte), drohte er ihr, keinem von dem Vorfall zu erzählen. „Stimmt nicht, ich habe keine Ahnung, warum sie so etwas erzählt“, entgegnete der 18-Jährige. Nach seiner Aussage hatten sich die drei jungen Leute spät nachmittags in Wulfen getroffen, später in einem Getränkemarkt Bier, Wodka und Energy-Drinks besorgt und den Alkohol in einem angrenzenden Waldsaum nahe des Getränkemarkts getrunken. Schließlich sei der Schülerin schlecht geworden, sie habe sich mehrfach erbrochen. „Ich habe ihr sogar meinen Pulli geliehen, dann haben wir sie zu einer Freundin begleitet, die in der Nähe wohnt“, so der 18-Jährige.

Die Schülerin sprach von einem „Filmriss“, den sie an dem Tag erlitten habe. „Plötzlich bin ich umgekippt und kann mich an vieles nicht erinnern.“ Nur so viel: Ihre Jeans sei bis über die Knie heruntergezogen gewesen und der Angeklagte habe sie gebeten, mit seinem Freund zu schlafen, weil der „noch Jungfrau“ sei. Zu sexuellen Handlungen, geschweige denn zum Geschlechtsverkehr, kam es jedoch nicht. Auch K.O-Tropfen waren laut ärztlichem Gutachten nicht im Spiel. Da sowohl ein Freispruch als auch ein Urteil zu einer Berufungsverhandlung vor dem Landgericht geführt hätten, einigten sich die Prozessbeteiligten nach längerer Sitzungsunterbrechung, das Verfahren gegen eine Geldbuße in Höhe von 1200 Euro an das Frauenhaus einzustellen.

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