18 Tonnen Müll in einer Woche gesammelt

Besentage

DORSTEN So etwas nennt man wohl eine zwiespältige Bilanz: 18 Tonnen Müll wurden bei den Besentagen in der vergangenen Woche gesammelt. Ist das nun gut oder bedenklich?

von Von Stefan Diebäcker

, 16.03.2010, 18:14 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ursula Eickmeier ist mit den Besentagen zufrieden.

Ursula Eickmeier ist mit den Besentagen zufrieden.

Abfallberaterin Ursula Eickmeier  sieht zunächst mal den positiven Aspekt. "Da ist mehr Unrat zusammengekommen als im vergangenen Jahr", sagte sie gestern. "Und das mit 400 Teilnehmern weniger." Ob die insgesamt 1400 Freiwilligen letztlich gründlicher gesammelt haben oder sich schlicht mehr Müllberge vor ihnen auftürmten, darüber kann jetzt vortrefflich spekuliert werden.

Klar ist: Es liegt viel zu viel Abfall in der Natur herum. Und das ist allemal bedenklich. "Autoreifen mit und ohne Felgen, Elektrogeräte, Kloschüsseln", zählt Ursula Eickmeier die im wahrsten Sinne des Wortes "schwersten" Umweltsünden auf, die während der Besentage in die Container wanderten. Sechs Kanister mit Kettenöl wurden hingegen gleich der Polizei gemeldet; vor Wochen war schon mal ein Behälter mit Salzsäure entdeckt worden.

Das alles ist überhaupt nicht lustig, aber grundsätzlich glaubt die Abfallberaterin an das verbesserte Umweltbewusstsein der Dorstener. Unabhängig von den Besentagen seien viele Menschen "im Alltagsgeschäft sensibilisiert", würden wilde Müllkippen melden oder sich erkundigen, wo sie Abfälle korrekt entsorgen können. "Vieles nimmt der Entsorgungsbetrieb ja kostenlos an", erinnert Eickmeier.

Die Besentage haben neben dem Umweltaspekt auch noch einen ganz praktischen Zweck von wahrscheinlich höherer Nachhaltigkeit erfüllt. Von der ausgelobten Prämie für den sammelfreudigsten Bezirk (3 500 Euro) soll nun der Lese-Pavillon an der Stadtbücherei verschönert werden. Wir vermuten: Ökologische Aspekte spielen auch da eine Rolle.

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