24-jähriger Brandstifter muss ins Gefängnis

Sieben Jahre Haft

Sieben Jahr Haft - so lautet das Urteil gegen den Dorstener Brandstifter von der Lippestraße. Am Freitag fällte das Schwurgericht in Essen das Urteil.

Dorsten

13.10.2017, 16:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Berauscht von Drogen und angestachelt von unbändigen Rachegefühlen auf seine Mitmieter vergoss ein 24-jähriger Anwohner im November 2016 literweise Benzin. Kurz danach loderten in einem Mietshaus an der Lippestraße lebensgefährliche Flammen. Am Freitag wurde der Brandstifter verurteilt.

Niemand wurde verletzt

Das Schwurgericht in Essen verhängte sieben Jahre Haft. Dass der Mann nicht noch härter bestraft wurde, hat er in erster Linie dem glücklichen Umstand zu verdanken, dass bei dem Feuer-Drama alle vier weiteren Hausbewohner praktisch unverletzt davon gekommen waren. „Sie waren in ihren Wohnungen gefangen“, sagte Richter Andreas Labentz beim Urteil. Weil die Mieter nicht durch das völlig verrauchte Treppenhaus fliehen konnten, waren sie am Ende in panischer Angst auf das Dach geklettert und von der Feuerwehr über eine Drehleiter gerettet worden.

„Richtig Mist gebaut“

Kurz vor der Urteilsberatung hatte sich der Angeklagte selbst zu Wort gemeldet und gesagt: „Ich weiß, dass ich riesigen Mist gebaut habe. Drogen und Alkohol entschuldigen das aber alles nicht. Ich weiß wirklich nicht, wie es dazu kommen konnte.“ Auslöser für die Brandstiftung war ein schon länger schwelender Streit mit Mitmietern. „Ich bin einfach durchgedreht“, gab der 24-Jährige am Freitag zu. Immer wieder hatte es Ärger mit den übrigen Bewohnern des Hauses und darauf folgende Blaulichteinsätze gegeben.

Fast alle Zeugen hatten ausgesagt, dass sie vor dem 24-Jährigen richtig Angst gehabt hätten. „Das wird euer letzter Tag. Ihr habt mein Leben zerstört. Dafür werdet ihr büßen.“ So oder so ähnlich soll der Angeklagte in der Brandnacht seinen Nachbarn lauthals gedroht haben. Wenig später entzündete er laut Urteil an drei Stellen in seiner Wohnung und dazu auch auf der Treppe im Hausflur zuvor vergossenes Benzin, ehe er selbst mit seiner Frau aus dem verqualmten Haus floh.

Versuchter Totschlag

Das Urteil lautet auf versuchten Totschlag und besonders schwere Brandstiftung. Die Staatsanwaltschaft hatte ebenfalls sieben Jahre Haft beantragt und war dabei sogar von Mordversuch ausgegangen. Die Richter hielten das jedoch rechtlich für nicht begründbar. Laut Urteil soll der 24-Jährige in frühestens eineinhalb Jahren einen Teil der Haftstrafe in einer geschlossenen Drogen-Entziehungsanstalt verbringen dürfen.

Jetzt lesen

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt