35 Meter langer Riesen-Drache auf einem Schulhof in Dorsten wird nun doch saniert

rnStadtteil-Konferenz

Die Pestalozzi-Grundschüler dürfen sich freuen: Die Stadtteilkonferenz gab grünes Licht für die Sanierung des Schulhof-Drachens. Überraschenderweise gab es Gegenwind für das Projekt.

Hardt

, 08.04.2019, 13:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein so beeindruckendes Fabelwesen besitzt wohl kaum eine andere Grundschule in nah und fern: Auf 35 Metern Länge schlängelt sich ein grüner Drache quer über den Schulhof der Pestalozzischule auf der Hardt und ist vielen Schülerjahrgängen ans Herz gewachsen.

„Der ist echt gut zum Draufklettern“, sagt Julia aus der 4a, „ein toller Treffpunkt für die Pausen“, meint ihr Klassenkamerad Henry. Und der zehnjährige Issa freut sich, dass das Sagentier „eine Bank zum Ausruhen hat“.

Der Lack ist an vielen Stellen ab

Aber: Das handzahme und bislang namenlose steinerne Ungeheuer ist inzwischen sehr in die Jahre gekommen und äußerlich schwer angeschlagen. Die Augen sind zerkratzt, überall bröckelt der Putz, der Lack ist an vielen Stellen ab. Jetzt soll der lädierte Lindwurm mit Mitteln aus dem Bürgerbudget der Stadtteilkonferenz Hardt saniert werden.

Doch bis der Zuschuss schlussendlich bewilligt wurde, blies dem Projektvorschlag bei der Diskussion darüber kürzlich im Gemeindehaus St. Nikolaus so viel Gegenwind ins Gesicht, dass man Angst davor haben musste, dass es ein paar Hundert Meter weiter den armen Drachen vom Schulhof fegt.

2250 Euro Fördermittel beantragt

Stefanie Zepmeusel vom Vorstand des Schul-Fördervereins stellte während der Sitzung von „Gemeinsam Hardt“ das Drachen-Projekt (das nachmittags übrigens alle Kinder im Ortsteil benutzen dürfen) zur Abstimmung. Gut 6000 Euro hat die Hardt insgesamt für dieses Jahr im Bürgerbudget zur Verfügung gestellt bekommen. 2250 Euro davon, so die Bitte des Vereins, benötige man für die Restaurierung. 750 Euro wolle der Förderverein selbst bestreiten, 2000 Euro kämen aus dem Etat der Stadt.

Bislang sei das Spielgerät immer nur notdürftig geflickt worden, mit dem beantragten Zuschuss könne man endlich eine Fachfirma mit der dringend nötigen Rundum-Sanierung beauftragen. Und hätte auch noch Geld für Honorar und das nötige Material übrig, damit der Dorstener Künstler Udo Sewz mit den Schulkindern in einem Kunst-Workshop den Drachen kreativ verschönern kann.

Kritk von älteren Teilnehmern

Wer aber aus den Reihen der gut 100 Anwesenden mit begeisterter Zustimmung für dieses schulische Anliegen gerechnet hatte, der sah sich getäuscht. Vor allem vonseiten älterer Teilnehmer kamen kritische Töne. Die einen konnten mit dem Schulhof-Drachen gar nichts anfangen, weil sie ihn überhaupt nicht kannten. Den anderen kam der Antrag, der erst am Tag der Versammlung auf die Tagesordnung gesetzt worden war, zu kurzfristig.

Manche hatten Sorge, dass im Laufe des Jahres womöglich nicht mehr genügend Bürgerbudget-Geld für andere Projekte zur Verfügung steht, wiederum ein anderer meinte, die Kinder sollten den Drachen anstreichen, das reiche aus.

Kompromiss-Vorschlag

Bürgermeister Tobias Stockhoff konnte schließlich die Drachenkritiker zähmen. Er schlug einen Kompromiss vor: Sollte das Hardter Bürgerbudget wegen des Drachenprojekts in diesem Jahr womöglich irgendwann frühzeitig ausgeschöpft sein, werden in diesem Falle aus anderen Bürgerbudget-Töpfen bis zu 2250 Euro für die Hardt abgezweigt. Denn es habe sich gezeigt, dass am Ende des Jahres immer einige Stadtteile ihre ihnen eigentlich zustehenden Mittel aus dem Bürgerbudget nicht angetastet hatten.

Mit großer Mehrheit gaben die Anwesenden daraufhin dem Antrag statt. Der Drache auf dem Schulhof brauchte also nicht vor Empörung fauchen oder vor Wut Feuer speien. Hätte er auch nicht gekonnt: Dafür ist er viel zu kaputt.

Einstimmig gab die Stadtteil-Konferenz „Gemeinsam Hardt“ einem weiteren Antrag statt: Auf Initiative von Bernhard Koch wird in Höhe der Kohlen-Stele am Bootshaus am Wesel-Datteln-Kanal zwischen Östrich und der Hardt eine Bank aufgestellt. 431 Euro gibt es dafür aus dem Bürgerbudget, den Eigenanteil in Höhe von 143 Euro übernimmt die Firma Kleinespel & Imping.
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