98-Tonnen-Tor wird aus dem Wasser gehoben

Erneuerung der Schleuse

So einen Koloss hat Kranführer Hartmut Eichler auch nicht alle Tage am Lasthaken: 98 Tonnen wiegt das Schiebetor der kleinen Kammer der Dorstener Schleuse, das er am Mittwoch gemeinsam mit seinen Kollegen im Auftrag des Wasser- und Schifffahrtsamtes Duisburg-Meiderich aus dem Wasser hob.

DORSTEN

, 10.05.2017, 15:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
98-Tonnen-Tor wird aus dem Wasser gehoben

Das alte Schiebetor der kleinen Schleusenkammer wird abgelegt.

Der gesamte Stahlwasserbau – sprich beide Schleusentore, Antriebe und die komplette Elektrotechnik – der 1968 erbauten kleinen Kammer muss erneuert werden.

„Bei Inspektionen wurden bauliche Mängel festgestellt“, sagte Jens Hache vom Wasser- und Schifffahrtsamt. „Bauliche Mängel“ waren in diesem Fall Risse in den Toren. „Die verschweißt man. Aber irgendwann ist das nicht mehr wirtschaftlich und irgendwann kann man es auch nicht mehr reparieren.“ Deswegen wurde bereits vor einigen Jahren beschlossen, die Technik rundum zu erneuern, genauso wie an den Schleusen in Datteln und Ahsen. 18 Millionen Euro werden insgesamt investiert.

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So wird das Schleusentor gehoben

Die kleine Kammer der Dorstener Schleuse bekommt neue Tore. Als Erstes wurde am Mittwoch das Schiebetor am Unterwasser aus dem Wasser gehoben.
10.05.2017
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Zunächst muss das 15 Meter hohe und 13 Meter breite Tor vom Brückenwagen abgetrennt werden.© Foto: Jennifer Riediger
Zunächst muss das 15 Meter hohe und 13 Meter breite Tor vom Brückenwagen abgetrennt werden. Dazu benutzen die Arbeiter einen Schneidbrenner.© Foto: Jennifer Riediger
Die Funken fliegen.© Foto: Jennifer Riediger
Immer wieder klopft ein Arbeiter mit dem Hammer auf die Verbindung, bis sie schließlich abfällt.© Foto: Jennifer Riediger
Immer wieder klopft ein Arbeiter mit dem Hammer auf die Verbindung, bis sie schließlich abfällt.© Foto: Jennifer Riediger
Jetzt hängt das Tor nur noch am Kran.© Foto: Jennifer Riediger
Der Kran zieht das Tor ganz langsam aus seiner Nische.© Foto: Jennifer Riediger
Immer höher wird das Tor gezogen.© Foto: Jennifer Riediger
Das Tor darf sich nicht so sehr hin und her bewegen.© Foto: Jennifer Riediger
Deswegen kontrollieren es die Arbeiter mit Seilen.© Foto: Jennifer Riediger
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Während in Datteln jetzt der Probebetrieb läuft, ging es Mittwochmorgen um 6 Uhr in Dorsten richtig los. Drei Stunden lang wurden der Kran aufgebaut und das Schiebetor über eine Traverse am Lasthaken befestigt. Mit einem Schneidbrenner trennten die Mitarbeiter das Tor zunächst vom Brückenwagen ab, an dem das Tor bisher hing. Zentimeter für Zentimeter zog der Kran das 15 Meter hohe und 13 Meter breite Tor höher und höher, zwei Arbeiter sorgten mit Seilen von beiden Seiten dafür, dass es stabil und gerade blieb.

In zwei Teile

Mit dem imposanten Tor am Haken drehte sich der Kran um 180 Grad und legte es hinter sich auf kleinen, eigens dafür aufgeschütteten Erdhügeln ab. „Durch diese leichte Erhöhung wird das Zerteilen des Tores leichter“, erklärte Jens Hache. Denn für einen Transport im Ganzen ist das Tor zu gewaltig. Es wird einmal zerteilt und dann mit dem Schiff zum Entsorger nach Trier gebracht. Das zweite Tor, das Hubsenktor am Oberwasser, wird am Donnerstag ausgehoben.

140 Tonnen

Die neuen Tore werden derzeit gefertigt und kommen voraussichtlich Ende Juni über den Wasserweg in Dorsten an. Sie sind noch schwerer als die alten Tore. „Das neue Schiebetor wiegt etwa 140 Tonnen“, sagt Hache. Der Grund: „Es ist ermüdungsgerecht konstruiert. Das bedeutet, dass keine Risse mehr auftreten werden. Jedenfalls nicht in den nächsten 70 Jahren, denn für diese Zeit werden die Tore gebaut.“ Die Arbeiten werden bis Ende des Jahres dauern. Bis dahin werden die täglichen 40 Schleusungen der kleinen Kammer von der großen Kammer übernommen.

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