Abiturientin sucht Sponsoren für Friedensdienst in London

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Schon als Kind war es für eine Dorsterin Abiturientin ein Traum, nach dem Abitur ein Jahr ins Ausland gehen zu können. Um sich diesen Wunsch erfüllen zu können, benötigt sie nun Paten.

Dorsten

, 10.04.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die große, weite Welt reizte sie schon als ganz junge Schülerin: „Bereits seit der der ersten Klasse war es mein Traum, nach dem Abitur ein Auslandsjahr in einem englischsprachigen Land zu absolvieren“, sagt Luca Julie Kuhlmann. In ein paar Monaten soll sich dieser Wunsch erfüllen.

Denn nach erfolgreicher Bewerbung bei der „Aktion Sühnezeichen Friedensdienste“ (ASF) wird die 18-jährige Abiturientin des St. Ursula-Gymnasiums in Dorsten möglicherweise ab 1. September - je nachdem, wann die Coronakrise es zulässt - einen einjährigen Friedensdienst in London leisten.

Spendenkreis bilden

Voraussetzung dafür: „Es wird darum gebeten, dass wir Freiwilligen einen Spendenkreis von mindestens 15 Spendern aufbauen, die den Friedensdienst finanziell überhaupt erst ermöglichen, aber auch für die Öffentlichkeitsarbeit von der Aktion Sühnezeichen von großer Bedeutung sind.“

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Und deshalb sucht die Dorstenerin jetzt Paten, die sie in dieser Zeit monatlich mit jeweils 15 Euro unterstützen. „Das können Einzelpersonen, gerne aber auch Firmen, Vereine und Institutionen sein“, sagt sie. Im Austausch erhalten die Paten unter anderem regelmäßig persönlich verfasste Berichte aus dem einjährigen Einsatz sowie eine Spendenbescheinigung.

Das Leo-Baeck-Institut, in dem die Dorstenerin ihren Freiwilligendienst ableisten wird, hat sein Büro im zweiten Stockwerk der University of London.

Das Leo-Baeck-Institut, in dem die Dorstenerin ihren Freiwilligendienst ableisten wird, hat sein Büro im zweiten Stockwerk der University of London. © Privat

Die Abiturientin erhielt im vergangenen Dezember für ihre Facharbeit zum Thema „Experience of Exile: Kindertransport in Retrospective“ den Margot-Speilmann-Preis des Jüdischen Museum Westfalen. „Die vielleicht wichtigste Botschaft, die Erika E. Estis, Überlebende der Kindertransporte, mir in unserem persönlichen Gespräch mit auf den Weg gegeben hat“, erklärt die 18-Jährige, „ist, dass nur indem wir an die Vergangenheit erinnern, wir aus ihr lernen können“.

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Es sei ein Grundsatz, der ihrem eigenen Verständnis von politischer und gesellschaftlicher Verantwortung entspricht, so die Abiturientin: „Und der mich unter anderem dazu bewegt hat, diesen Friedensdienst anzutreten.“

Frieden, sagt sie, sei leider keine Selbstverständlichkeit. „Umso wichtiger finde ich es, dass sich jeder von uns für ein friedlicheres Miteinander einsetzt - ein Friedensdienst zu leisten, bietet mir somit die Gelegenheit, etwas an die Gesellschaft zurückzugeben.“

Am Leo-Baeck-Institut

In London wird die Dorstenerin als Freiwillige das „Leo Baeck Institute“ unterstützen, eine Institution, welche sich die Erforschung der deutsch-jüdischen Geschichte zur Aufgabe gemacht hat und zu den führenden Forschungseinrichtungen in diesem Bereich zählt. „Zudem werde ich über die Association of Jewish Refugees in der Betreuung von jüdischen Flüchtlingen und Holocaust-Überlebenden aktiv sein.“

Wer die Dorstener Abiturientin unterstützen möchte, kann sich an die Emailadresse luca.friedensdienst@gmx.de oder an die Telefonnummer 02362/996760 wenden.
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