Abschied von der Wichernschule

Das letzte Sommerfest

Ihren 50. Geburtstag am 25. Januar 2018 wird die Wichernschule im Hervester Marienviertel nicht mehr erreichen. Am 24. Juni (Samstag) feiert die Schulgemeinde an der Bismarckstraße 187 wehmütig das Ende der Grundschulgeschichte im Quartier.

Hervest

, 16.05.2017, 15:13 Uhr / Lesedauer: 1 min
Abschied von der Wichernschule

Schulleiterin Ulrike Luther, Lehrerin Marilies Wiemann, der ehemalige Schulleiter der Wichernschule, Niko Woronka, Schulpflegschaftsvorsitzende Nadine Zawada und Fördervereinsmitglied Holger Hölting (v.l.) präsentieren zum Abschied von der Wichernschule ein buntes Programm als Sommerfest und laden herzlich alle ehemaligen Mitstreiter und natürlich auch die jetzigen Schulbesucher zum Mitfeiern ein.

Das hat der Rat der Stadt Dorsten trotz des Widerstandes vieler Menschen im Marienviertel 2015 mehrheitlich so beschlossen.

Blättern in der Chronik

Der ehemalige Schulleiter der Grundschule, Niko Woronka, der 32 Jahre bis 2012 an der Wichernschule tätig war, blätterte zum Ende der Wichernschul-Periode in der Chronik der Schule: „Die Wichernschule war zunächst Volksschule, nach der Reform 1968 Grundschule für die Kinder zwischen Halterner Straße und Borkener Straße“, sagte er im Beisein der jetzigen Schulleitern Ulrike Luther, der Elternpflegschaftsvorsitzenden Nadine Zawada, Holger Hölting (Förderverein), der OGS-Leiterin Christa Prinz-Dalinghoff und seiner langjährigen Mitstreiterin, Lehrerin Marilies Wiemann. Zeitweise hätten bis zu 49 Kinder in einer Klasse gelernt: „Undenkbar für heutige Verhältnisse.“

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Kurioserweise seien damals 35 Augustaschüler an die Wichernschule verwiesen worden: „Heute muss der umgekehrte Weg genommen werden zur Augustaschule an der Halterner Straße“, bedauert Nadine Zawada den Verlust der Wichern-Grundschule in ihrem Ortsteil. Ihren beiden Kindern bleibe leider keine Wahl: Sie müssten zur Augustaschule, wobei Sohn Tom sein letztes Schuljahr, die vierte Klasse, dort absolvieren wird. „Ihm ist ein wenig mulmig wegen des Schulwechsels“, sagte Zawada. „Glücklicherweise ziehen die Klassen mit ihren gewohnten Lehrern von der Wichernschule an die Augustaschule um“, meinte Schulleiterin Ulrike Luther, damit der Standortwechsel für die Wichernkinder nicht so belastend sei.

Künftige Dritt- und Vierklässler betroffen

Betroffen vom Umzug seien die Schüler der kommenden dritten und vierten Klasse der Wichernschule. Fördervereins-Mitglied Holger Hölting kritisierte dennoch, dass dem Ortsteil die Grundschule genommen worden sei. „Die Schließung der Wichernschule ist nicht nachvollziehbar. Die Sozialverträglichkeit ist der Wirtschaftlichkeit geopfert worden.“ Dahingestellt bleibe, ob sich die Schulschließung wirtschaftlich rechne, so Hölting. Am 24. Juni, zur Feier des Tages, soll aber die Freude am Beisammensein überwiegen.

Das Festprogramm am 24. Juni: 11 Uhr Eröffnung des Schulfestes durch Schulleiterin Ulrike Luther; die Arbeitsgemeinschaft Musikzirkus präsentiert den Wanderzirkus der Wichernschule; 13 Uhr werden die jetzige Schulleiterin der Wichernschule, Ulrike Luther, und ihr Vorgänger, Niko Woronka, Stationen aus der Schul-Epoche in ihren Reden erwähnen; 14 Uhr: Wanderzirkus, Zumba und Akrobatik; 15 Uhr: Wanderzirkus, Rap „Der Zauberlehrling“, Bändertanz mit den Klassen 4d und 4e; 16 Uhr: Danksagung Ulrike Luther; Kinder lassen Luftballons zum Ende der Schule steigen.

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