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Acker ist keine Spielwiese für Hunde

Landwirte sind sauer

"Hier beginnt die Salatschüssel für meine Kuh und nicht das Klo für Ihren Hund." Ein witziger Spruch, der Hintergrund aber ist ernst. Denn Landwirt Michael Giebing, der das Schild mit diesem Satz an einem seiner Felder aufgestellt hat, machen die Hunde dort zu schaffen. Der Kot der Vierbeiner ist nicht das einzige Problem.

Dorsten

, 19.04.2016 / Lesedauer: 3 min

"Ich habe erst einmal nichts dagegen, wenn Hunde mal über meine Felder laufen“, stellt der Holsterhausener klar. Wenn sie aber anfangen zu buddeln oder versuchen, Kaninchen in ihren Bau zu folgen, wird es problematisch. „Die Leute sehen nur ihren Hund, wie er Spaß auf dem Feld hat und rumtobt. Sie sehen nicht, dass dort etwas eingesät ist, das so wieder ausgebuddelt wird.“

Löcher sind ein Problem

Ein weiteres Problem sind die Löcher, die so in seinem Feld entstehen. „Bei der Ernte fährt die Maschine in das Loch und hebt von unten die Erde mit ins Futter.“ Schlecht für die Qualität der Tiernahrung. Noch schlechter ist es, wenn Metallteilchen ins Futter gelangen, zum Beispiel, weil bei der Ernte am Häcksler einzelne Zinken oder Messer abgebrochen sind. Der Grund: dicke Stöcke. „Die Leute werfen sie für ihre Hunde weit ins Feld und wenn diese sie dann nicht apportieren, bleiben die Stöcke liegen und der Häckslers wird bei der Ernte beschädigt.“

Metallteile im Futter

Die Metallteile gelangen dann ins Futter. „In der Regel spucken die Tiere das wieder aus, in der Regel sterben sie nicht. Aber Ausnahmen gibt es immer“, sagt der Landwirt. In das Futter wird auch der Hundekot, der auf den Feldern liegt, vermengt. „Den kann ich ja nicht sehen und aussortieren“, sagt Giebing. Der Hundekot übertrage Krankheiten und könne, wenn Pferde und Rinder ihn fressen, zu Fehlgeburten führen. Mit seinen Schildern will der Landwirt die Hundehalter auf die Probleme aufmerksam machen. „Ich spreche die Leute auch an und die meisten reagieren verständnisvoll. Ihnen sind die Probleme oft einfach nicht klar.“

Die Erfahrung hat auch Maria May gemacht. Die Vorsitzende der Landfrauen im Kreis Recklinghausen mit landwirtschaftlichem Betrieb in Hervest sagt: „Die Menschen verstehen nicht, dass es ein Unterschied ist, ob man Hundekot im Feld hat oder es mit Kot von Nutztieren düngt. Die Zusammensetzung ist anders. Aber das ist für den Laien ja auch schwer zu begreifen.“ Sie verstehe auch, dass Hundehalter ihre Lieben ab und an von der Leine lasen wollen; sie selbst habe einen großen Hund. „Aber die Hinterlassenschaften sollten die Halter wieder mitnehmen.“

Glas, Plastikflaschen und Müll

Neben dem Hundekot ärgert sie sich über die Verunreinigung durch Glas, Plastikflaschen und weiterem Müll auf den Feldern der Familie, vor allem am Hellweg in Hervest. Erst vor einigen Tagen hat ihr Mann ein Feld dort gepflügt und schon liegt wieder Abfall auf dem Acker. Und was ist mit dem Müll passiert, der vorher auf den Feldern lag? Wenn man genau hinschaut, sieht man es. An einzelnen Stellen ragen Glasflaschen aus der Erde. „Wir können als Landwirte ja nicht das ganze Feld vor dem Pflügen absuchen“, sagt May. Verständnis für die Verursacher hat sie nicht. „Man kann doch nicht einfach alles in die Natur werfen.“

Nicht nachvollziehen kann sie auch die Menschen, die vom Rewe in Hervest die Abkürzung über ihr Feld zum Hellweg nehmen. „Ich laufe doch auch nicht durch fremde Gärten.“ Der Weg über das Feld ist deutlich zu erkennen. Herum wächst junge Gerste, aber auf dem Weg nichts mehr. Regeneration Fehlanzeige. „Wenn ich Menschen anspreche, heißt es: ‚Das macht jeder so.‘“

Verursacher sei nicht nur die Jugend. „Auch Ältere fahren mit bepacktem Fahrrad über das Feld.“ Mit den Nachbarn habe ihre Familie ein gutes Verhältnis, sagt Maria May. „Die dürfen auch ihren Grünschnitt aufs Feld werfen, wenn die Jahreszeit passt und sie vorher mit uns gesprochen haben. Dann pflügen wir das unter.“ Aber ansonsten solle das Korn in Ruhe wachsen können. Ohne Hundekot, ohne Müll und ohne platt getreten zu werden.

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