Patienten in Dorsten spenden Zahngold für guten Zweck - Verein warnt vor Betrügern

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Zahngold im Wert von 80.000 Euro haben Patienten in Dorsten im letzten Jahr gespendet. Doch auch Betrüger sind hinter dem Gold her. Ein Verein warnt die Ärzte.

Dorsten

, 12.03.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 1999 unterstützen Dorstener Zahnärzte soziale Projekte in der Stadt, seit 2015 läuft die Aktion „Zahngoldspende“ für den ambulanten Hospizdienst. „300.000 Euro sind in dieser Zeit zusammengekommen“, freut sich Dr. Swantje Engels. Fast die Hälfte aller 42 Zahnarztpraxen in Dorsten und drei Kieferchirurgen machen ihren Angaben zu Folge inzwischen mit.

Gezielt nach Zahngoldspenden gefragt

Swantje Engels hat eine Praxis in Wulfen und ist Vorsitzende der Vereinigung Dorstener Zahnärzte (VDZ). Sie weiß von einem Betrugsversuch bei einem Kollegen vor wenigen Tagen. „Ein unbekannter Mann hat dort gezielt nach dem Behälter mit den Zahngoldspenden gefragt“, berichtet sie. „Er behauptete, er würde das Zahngold für den Hospizverein abholen.“

Als der angebliche Kurier nach einem Ausweis gefragt worden sei, sei er zu seinem Auto gegangen und nicht wiedergekommen. Der Vorsitzende des Hospiz-Freundeskreises Spes Viva, Lambert Lütkenhorst, hat daraufhin alle beteiligten VDZ-Mitglieder um erhöhte Aufmerksamkeit gebeten. „Nur unseren Abholern, die sich entsprechend ausweisen können und den Termin ankündigen, sollten Sie das Material aushändigen“, schrieb er in einem Brief.

Vereinigung der Dorstener Zahnärzte sammelt Zahngold

In vielen Dorstener Praxen stehen die Dosen für Zahngoldspenden. © Guido Bludau

Die „einzigartige Sammelaktion“ Lambert (Lütkenhorst) ist für Spes Viva ein wichtiger Baustein für seine humanitäre Arbeit. Mehr als 100.000 Euro benötigt der Verein pro Jahr, um die kleine Station Spes Viva im St.-Elisabeth-Krankenhaus zu finanzieren und Ehrenamtliche fortzubilden. Der Hospiz-Freundeskreis, der weitestgehend spendenfinanziert ist, beschäftigt vier hauptamtliche Mitarbeiterinnen und ist Teil des Palliativnetzwerkes Dorsten.

100 Prozent für den guten Zweck

Dabei kommt es vor allem auf die Spendenbereitschaft der Patienten an. „Wir können auf die Aktion hinweisen und Behälter bereitstellen, aber natürlich niemanden zwingen“, sagt Swantje Engels. Die Zahnmetallspenden werden seit 2015 in einer professionellen Scheideanstalt in ihre Bestandteile (Gold, Palladium, Silber, Platin) zerlegt. Die Firma verzichtet für den guten Zweck sogar auf eine Gebühr.

Der Gegenwert der Metalle wird zu 100 Prozent an den Hospiz-Freundeskreis ausgezahlt, versichert Swantje Engels. Im vergangenen Jahr sind auf diese Weise 80.000 Euro zusammengekommen. „Die Aktion wird fortgeführt“, versichert die Zahnärztin, die den Vorsitz der Zahnärzte-Vereinigung in der nächsten Woche abgibt.

Besonders stolz ist sie, dass die Zahngold-Aktion inzwischen Nachahmer gefunden hat. Zahnarztpraxen in Recklinghausen unterstützen beispielsweise die örtliche Telefonseelsorge.

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