Ärzte bekennen sich zu Honoraren

Leistungen von Pharmaunternehmen

Pharmakonzerne leisten großzügige Zahlungen an Ärzte und medizinische Einrichtungen. Sie bezuschussen Studien, honorieren Vorträge oder laden zu Kongressen ein. 18 von 117 niedergelassenen Ärzten aus Dorsten haben einer Veröffentlichung der Leistungen zugestimmt. Das Dorstener Krankenhaus auch.

Dorsten

, 21.07.2016, 16:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Pharmakonzerne zahlen Gelder an Ärzte und Krankenhäuser. Teils sehr hohe Summen. In Dorsten legt das Krankenhaus großen Wert auf Transparenz.

Pharmakonzerne zahlen Gelder an Ärzte und Krankenhäuser. Teils sehr hohe Summen. In Dorsten legt das Krankenhaus großen Wert auf Transparenz.

18 von 117 niedergelassenen Ärzten in Dorsten, darunter Hausärzte und Fachärzte, sowie das Katholische Krankenhaus Dorsten und das KKRN, der Klinikverbund, zu dem das Elisabeth-Krankenhaus neben drei weiteren Häusern gehört, haben als Empfänger von Leistungen – Honorare, Tagungs– und Übernachtungskosten – eingewilligt, dass die Daten von 2015 im Internet veröffentlicht werden dürfen.

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„Transparenz ist alles“ – so erklären der Ärztliche Leiter des Dorstener Krankenhauses, Dr. Wilhelm Gross-Weege (Foto), und die Geschäftsführer Guido Bunten und Norbert Fockenberg (KKRN), warum sie der Veröffentlichung zugestimmt hätten. Das haben längst nicht alle getan: Rund zwei Drittel von 70 000 niedergelassenen Ärzten in Deutschland bekannten sich nicht dazu.

Hintergrund dieser „Euros-für-Ärzte-Datenbank“ ist eine Recherche des Correctiv, ein Zentrum unabhängiger Journalisten, die sich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanzieren und sich dafür einsetzen, dass mutmaßliche Missstände aufgedeckt werden. Correctiv hat die Daten, die einige, aber nicht alle Pharmaunternehmen zur Verfügung gestellt haben, zusammen mit „Spiegel online“ veröffentlicht.

Danach hat das St.-Elisabeth-Krankenhaus in 2015 zusammen mit ärztlichen Leitern verschiedener Abteilungen Leistungen im Wert von 4831 Euro bekommen: „Die Honorare für die Innere Medizin und die Pneumologie, insgesamt 3150 Euro, sind den Abteilungskonten gut geschrieben worden. Damit können weitere Fortbildungen bezahlt werden“, sagte der Ärztliche Leiter des Krankenhauses, Wilhelm Gross-Weege, auf Anfrage unserer Zeitung.

Zwei niedergelassene Ärzte, Dr. Stefan Möllhoff, und Dr. Heike Wenig, erklärten auf unsere Anfrage ebenfalls, warum sie Fortbildungen und Übernachtungskosten im Wert von 531 beziehungsweise 546 Euro in Anspruch genommen hätten: „Das ist seit Jahrzehnten gängige Praxis“ (Möllhoff) und „Das war eine erstklassige Fortbildung für Hausärzte“ (Wenig) lauteten ihre Antworten. Beide sagten aber auch, dass sie künftig deutlich kritischer mit Angeboten durch die Pharmaindustrie umgehen würden: „Ich werde meine Kosten künftig selbst bestreiten“, so Stefan Möllhoff.   

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