Agathaschule zieht 2019 an den Nonnenkamp

Klare Ratsmehrheit

Der Stadtrat sprach sich am Mittwochabend mit deutlicher Mehrheit gegen einen Neubau der Agathaschule am Voßkamp aus. Der Wechsel zum Nonnenkamp erfolgt 2019, die dortige Geschwister-Scholl-Schule weicht bereits nächstes Jahr zur Marler Straße aus.

Dorsten

, 13.09.2017, 20:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
Agathaschule zieht 2019 an den Nonnenkamp

Die Tage der Agathaschule am Voßkamp sind gezählt. Die Altstadt verliert in zwei Jahre ihre Grundschule.

Ja, Nein, Ja, Nein, Ja, Ja: Als alle Argumente ausgetauscht waren, wurde eine Strichliste geführt. Die SPD hatte die namentliche Abstimmung beantragt, jedes Ratsmitglied wurde einzeln aufgerufen. Doch klar war da längst, dass sich FDP und UBP dem CDU-Antrag anschließen würden.

Busverbindung von der Feldmark

Die Christdemokraten hatten zuvor einige Bedingungen an den Wechsel der einzigen Altstadt-Grundschule auf die Hardt geknüpft. Zum Beispiel: „Der Schulhof muss grundschulgerecht umgestaltet werden“, betonte Fraktionschef Bernd Schwane. Langfristig müsse ein Schulbus von der Feldmark I mit mindestens drei Haltestellen auch in der Innenstadt eingerichtet werden. Und: Die „neue“ Agathaschule müsse für Gottesdienste einen Andachtsraum bekommen, zehnmal pro Jahr müsse die gesamte Schulgemeinde per Bus zur Agathakirche am Marktplatz gebracht werden.

Die Atmosphäre im Festsaal von Schloss Lembeck war zuvor wenig feierlich gewesen. Für die SPD, aber auch für die Grünen und die Linken, die gemeinsam einen dreizügigen Neubau forderten, ist ein „so großer Stadtteil wie die Altstadt ohne Grundschule unvorstellbar“. Fraktionsvorsitzender Friedhelm Fragenmann wetterte mit Blick auf das bekannte Innenstadt-Förderprogramm: „Wir machen Mitte durch gesellschaftliche Entkernung.“

Finanzierung eines Neubaus blieb ungewiss

Susanne Fraund (Grüne) nannte den Neubau „keine sehr teure, aber sehr gute Variante“. Allerdings: Fast 10 Millionen Euro würde das Gesamtpaket nach Berechnungen der Stadtverwaltung kosten. Woher das Geld kommen würde? Niemand wusste darauf eine konkrete Antwort.

Der Autor informiert jeden Morgen per E-Mail über die Nachrichtenlage in Dorsten.

Die CDU hatte auf die deutlich steigenden Schülerzahlen verwiesen, die am Nonnenkamp besser unterzubringen seien. Auch der Bedarf am Offenen Ganztag wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen, geht aus einer kurzfristigen Berechnung der Stadtverwaltung hervor. Schon jetzt gebe es an der Agathaschule eine Warteliste, ein weiter steigender Bedarf könne am Voßkamp durch einen Neubau langfristig nicht aufgefangen werden.

Da legte sich dann auch die FDP fest: „Aus pädagogischen und schulpolitischen Gründen scheidet für uns ein Neubau aus“, sagte Fraktionsvorsitzender Tristan Zielinski.

Lesen Sie jetzt