Aktionsbündnis will 3000 Jungwähler in Dorsten einfangen

rnKommunalwahlen in Dorsten

Jungwähler sind nicht zwingend motiviert, ihr Kreuz auf dem Wahlzettel zu machen. Ein Dorstener Aktionsbündnis setzt alles dran, 3000 Dorstener Erstwähler ab 16 Jahren einzufangen.

Dorsten

, 25.08.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

3000 Jung- und Erstwähler hat Dorsten. Kandidaten-Grillen - das war nicht wirklich ihr Ding. Wie aber spricht man Jungwähler gezielt an und motiviert sie dazu, am Wahlsonntag, dem 13. September, wählen zu gehen? Altbürgermeister Lambert Lütkenhorst und ein Bündnis aus Vertretern aus dem Jugendzentrum Leo, dem Arbeitskreis Jugend Dorsten, der Young-Caritas, Jugend in Aktion und „Wir in Dorsten gegen Rechts“ macht sich kurz vor den Kommunalwahlen gezielt ans Werk.

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Ab Montag (31. August) wollen Vertreter der Initiativen und Einrichtungen drei Schulen aufsuchen, die von besonders vielen Jugendlichen ab 16 Jahren besucht werden: „Wir werden an der Gesamtschule Wulfen, am Berufskolleg Dorsten und an der Erich-Klausener-Realschule zu Gast sein“, sagt Lambert Lütkenhorst. Weitere Schulen seien bei Interesse willkommen (Kontakt: luetkenhorst@t-online.de) Das sei natürlich mit den Schulleitungen abgestimmt worden.

Mit einem Wagen mit Anhänger, mit Fernsehbildschirm und poppigen Plakaten ermuntert das Aktionsbündnis die ab 16-Jährigen, wählen zu gehen. „Wir stellen aber auch die Wahlzettel am Bildschirm vor, denn für neue Wähler ist es nicht einfach, den Durchblick zu behalten“, so Lütkenhorst.

Aufräumen mit falschen Vorstellungen

Vielen Jugendlichen erscheint das Wählen vielleicht auch mühselig, überflüssig oder uninteressant. „Wie, ich soll Sonntag früh aufstehen, um zu wählen, oder Briefwahl: Was da soll ich einen Brief schreiben?“ haben Jungwähler ihre Sozialarbeiterin im Leo gefragt und dankend abgelehnt, ihr Kreuz unter diesen vermeintlich schlimmen Bedingungen zu machen. „Deshalb haben wir uns gedacht, dass gezielte Informationen und eine direkte Ansprache vielleicht eher ermutigen könnten, die Wahllokale zu besuchen“, meint Lambert Lütkenhorst.

Werbeoffensive mit Plakaten startet

Ganz spontan hat sich das Aktionsbündnis entschlossen, flankierend eine Werbeoffensive auf Plakaten zu starten. Ergebnis ist ein ein flott gemachten buntes Poster mit Graffiti-ähnlichen Schriftzügen: „Ich habe die Wahl“, heißt es auf den Postern und Buttons zum Anstecken. Die sollen in Kürze überall in der Stadt zu sehen sein und natürlich auch am Werbewagen, der zu den Schulen fährt.

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Das Wählerpotenzial ist groß an den drei ausgesuchten Schulen: Mehr als 1000 seien es am Kolleg in der fraglichen Altersgruppe, an der Gesamtschule Wulfen sind es immer über 400 Jungwähler, an der Erich-Klausener-Realschule etwas mehr als 40, hat die Gruppe der Initiatoren herausgefunden. Für Lambert Lütkenhorst, dem Vorsitzenden des Arbeitskreises Jugend Dorsten, ist es ein Herzensanliegen, junge Menschen für kommunale Themen zu begeistern: „Sie sollen wissen, dass sie Entwicklung in ihrer Stadt mitbestimmen können.“

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