Albino-Eichhörnchen wurde vor Hungertod gerettet

In "Auswilderungsstation" gebracht

Die Belegschaft der Dorstener McDonald’s-Filiale traute am Sonntag ihren Augen nicht: In der McDrive-Fahrspur saß zitternd ein weißes Eichhörnchen, das so geschwächt war, dass es immer wieder gegen die Bordsteinkante lief – ein Albino, der nur äußerst selten in freier Wildbahn anzutreffen ist.

DORSTEN

von Von Michael Klein

, 07.08.2012, 17:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wer mehr über Eichhörnchen, die „Wilden Kreaturen“ in unseren Bäumen, erfahren möchte, kann sich am „Tag der Offenen Tür“ im Tierheim Dorsten am Sonntag, 26.8., bei Claudia Schäfer über die Tiere und ihre Arbeit in der Auswilderungsstation informieren.

 Eine Autofahrerin aus Xanten, die mit ihrem Kind die Rettungsaktion verfolgte, bot sich an, das Eichhörnchen ins Dorstener Tierheim zu bringen. Ein weiterer McDonald’s-Gast erklärte der Ortsfremden den Weg dorthin. Im Tierheim gibt es jedoch keinen geeigneten Platz für Eichhörnchen. Die Mitarbeiter in der Hervester Einrichtung im Ellerbruch informierten daraufhin die Dorstenerin Claudia Schäfer, die in Holsterhausen eine „Auswilderungsstation“ für Eichhörnchen betreibt.  „Das Albino-Böckchen war in einem katastrophalen Zustand“, erzählt Claudia Schäfer. „Es  war dehydriert, bis auf die Knochen abgemagert, verschmutzt, aber unverletzt“, so die Holsterhausenerin: „Das kleine Eichhörnchen, erst sieben Wochen alt, musste schon länger ohne Futter gewesen sein, seine oberen und unteren Schneidezähne waren durchbrochen.“

 Da das Tier eine langwierige medizinische Versorgung benötigt, brachte Claudia Schäfer das Fundhörnchen direkt zu einer befreundeten Tierarzthelferin nach Moers. „Die hat bestimmt schon 500 Eichhörnchen aufgepäppelt, aber noch nie ein weißes“, so die Holsterhausenerin.  In Moers schlief das Eichhörnchen, in eine Hand gekuschelt sofort ein – und ist jetzt auf dem Weg der Besserung. „Die Chance ist groß, dass das Tier durchkommt“, freut sich Claudia Schäfer.  McDonald’s-Schichtleiterin Stephanie Urbaniak hat sich inzwischen nach dem Befinden des Tieres erkundigt. „Schade, dass ich kein Erinnerungsfoto habe, da haben wir am Sonntag gar nicht dran gedacht.“ Claudia Schäfer vertröstet sie auf später: „Erstens ist der arme Kerl noch völlig fertig und braucht viel Ruhe. Und zweitens sieht er im Moment eher aus wie eine kleine weiße Ratte.“  

Wer mehr über Eichhörnchen, die „Wilden Kreaturen“ in unseren Bäumen, erfahren möchte, kann sich am „Tag der Offenen Tür“ im Tierheim Dorsten am Sonntag, 26.8., bei Claudia Schäfer über die Tiere und ihre Arbeit in der Auswilderungsstation informieren.

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