Alles hört auf sein Kommando

Ewald Trockel leitet den Festumzug

Auf ihm lastet am Sonntag (8. Oktober) eine Menge Verantwortung. Geht etwas schief beim großen Festumzug in Lembeck, wird man Ewald Trockel fragen, wie das passieren konnte. Denn der Berufsfeuerwehrmann ist Zugleiter, Chef-Organisator - ein Interview.

Lembeck

, 03.10.2017, 12:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Alles hört auf sein Kommando

Ewald Trockel leitet den Festumzug in Lembeck.

Wie wird man eigentlich Verantwortlicher für den Jubiläumsumzug in Lembeck? Eigentlich dumm gelaufen, würde ich sagen (lacht).

Aber irgendjemand wird sich etwas dabei gedacht haben... Ja klar. Für Ludger Große Heidermann, den Vorsitzenden des Vereins „1000 Jahre Lembeck“, war klar, dass die Feuerwehr den Festumzug organisieren muss. Das haben wir ja bei unserem eigenem Jubiläumsumzug 2011 auch hinbekommen. Tja, und so bin ich da irgendwie drangekommen. Und seitdem ich auch noch im Vorstand des Jubiläumsvereins bin, hänge ich richtig mit drin.

Ist das mehr Arbeit oder mehr Freude? Ganz ehrlich, das hält sich die Waage. Wenn man das Ergebnis mit rund 1500 Teilnehmern sieht, überwiegt die Freude. Jetzt habe ich natürlich noch ein wenig Stress und Panik, weil immer wieder neue Fragen auftauchen. Aber wenn wir erst mal den 8. Oktober hinter uns haben und so ein schönes Wetter hatten wie am letzten Sonntag, dann ist die Arbeit auch vergessen.

Welche Arbeit genau meinen Sie? Die organisatorische Arbeit vor allem. Absprachen mit den Ämtern, mit den Versicherungen. Woran müssen sich die Wagenbauer halten? Das stand lange im Vordergrund. Gedanken über die Wagen haben sich die Gruppen gemacht. Das ist ja ihr Umzug, nicht meiner. Ursprünglich wollten wir im Gewerbegebiet starten, das funktionierte dann doch nicht. Also mussten wir alles wieder umschmeißen. Nicht schön, aber als Feuerwehrmann hat man immer einen Plan B in der Tasche.

Legen Sie auch die Reihenfolge der Wagen fest? Eigentlich schon. Die Teilnehmer mussten das Jahr, in dem ihre Geschichte spielt, angeben. Dann ist es eigentlich ganz einfach, eine chronologische Reihenfolge auszuarbeiten – von 1017 bis 2017. Es heißt ja schließlich „Lembeck im Wandel der Zeit“ – da kann sich eigentlich niemand über seinen Startplatz beschweren.

Wo sind Sie eigentlich während des Zuges? Überall und nirgends. Ich denke, es werden immer ein paar Probleme auftauchen. Man weiß zum Beispiel nie, wie lang der Umzug wirklich ist. Den kann man wie eine Ziehharmonika auseinander- und wieder zusammenziehen. Aber ich weiß nicht, ob immer der Platz reicht. Aber auch dafür gibt es einen Plan B. Dann betreiben wir eben ein bisschen Situationskomik.

Gibt es in leider unruhigen Zeiten besondere Sicherheitsvorkehrungen? Wir haben uns darüber Gedanken gemacht und entschieden, dass unser großes Löschfahrzeug quasi als Puffer am Ende des Zuges fährt. Wir könnten auch in kürzester Zeit große Steine auf die Straßen stellen, aber von der Stadt hat es bislang keine Auflagen gegeben. Ich finde, man sollte auch nicht immer vom Schlechtesten ausgehen.

Sie wirken äußerlich noch sehr gelassen. Wie sieht es im Inneren aus? Genauso eigentlich. Ich bin doch schön eingebettet in die Ortschaft und kann mich auf meine Leute verlassen. Im Wesentlichen wird alles klappen, denke ich. Aber es geht bestimmt auch etwas schief.

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