Alptraum: Mann wachte aus Narkose auf und war gelähmt

Anwalt vermutet Ärztepfusch

DORSTEN War es ein Behandlungsfehler, dass der 59-jährige Dorstener Hans Fitzner seit knapp gut anderthalb Jahren gelähmt im Rollstuhl sitzen muss? „Aus unserer Sicht nein“, sagt Andreas Hauke, Geschäftsführer des Dorstener St. Elisabeth-Krankenhauses.

von von Michael Klein

, 22.05.2009, 18:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Alptraum: Mann wachte aus Narkose auf und war gelähmt

Im September 2007 hatte sich Hans Fitzner im Dorstener Krankenhaus wegen eines Reizhustens einer stationären Behandlung unterzogen. „Vorher hatte ich überhaupt keine gesundheitlichen Probleme“, sagt er. Doch nach der Endoskopie sei er aus der Narkose aufgewacht, habe über Rückenschmerzen geklagt, „kurze Zeit später war ich von der Hüfte an abwärts gelähmt“. „Während der Behandlungen in Ihrem Hause wurden meinem Mandaten mehrere Brustwirbel gebrochen“, heißt es in dem gestrigen Schreiben von Stefan Hermann an das St. Elisabeth-Krankenhaus. Dessen Geschäftsführer Andreas Hauke, dem dieses Schreiben noch nicht vorlag, wundert sich, dass die Sache wieder aufgerollt wird.

Denn nachdem es damals bereits solche Vorwürfe gegeben habe, habe die Krankenkasse von Hans Fitzner den Fall prüfen lassen. „Und das Verfahren anschließend eingestellt“, so Andreas Hauke, der versichert, dass der Patient „weder vom OP-Tisch noch aus dem Bett gefallen“ sei. Mehr wollte der Geschäftsführer aus Gründen des Datenschutzes und der Schweigepflicht nicht sagen. Hans Fitzner wundert sich auch, dass die Dorstener Ärzte nach der ersten von zwei Endoskopien bei ihm Lungenkrebs diagnostiziert hätten. Denn die Mediziner in der Uni-Klinik Essen, in die er noch am gleichen Abend verlegt worden sei, haben Prostata-Krebs bei ihm festgestellt. „Eine sofortige Blutuntersuchung hätte dieses Karzinom nachgewiesen“, wirft Stefan Hermann dem Dorstener Krankenhaus vor. „Mein Mandant hätte dann sofort entsprechend behandelt werden können. Und die Folgen wären ausgeblieben.“

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