Anruf aus Nepal: "All das Schöne gibt es nicht mehr"

Dorstener ruft zur Hilfe auf

Der ersehnte Anruf kam am Dienstag, drei Tage nach dem schrecklichen Erdbeben in Nepal. "Es geht uns gut und die Bäckerei steht noch", berichtete die junge Bäckereigehilfin Rosi Heinz Passmann. Er ruft die Dorstener zur Hilfe auf.

Dorsten

28.04.2015, 18:38 Uhr / Lesedauer: 1 min
Anruf aus Nepal: "All das Schöne gibt es nicht mehr"

Trudi Reske aus Voerde (l.) und der Dorstener Heinz Passmann engagieren sich für ein Krankenhaus in der Nähe der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu.

Der Bäcker- und Konditormeister aus Holsterhausen war 2012 drei Monate ehrenamtlich als Seniorexperte der SES-Stiftung in Kathmandu, der Kontakt zu den Menschen dort war seither nie abgerissen. Die Katastrophe, die sich seit dem vergangenen Wochenende im zentralasiatischen Land ereignet, berührt den Holsterhausener daher ganz besonders. "Natürlich habe ich sofort versucht, per Skype oder per E-Mail meine Bekannten dort zu erreichen".

Die Familien, die Passmann persönlich kennt, sind wohlauf, berichten aber von schrecklichen Zuständen. Trümmer überall. "Du kannst es Dir nicht vorstellen, Heinz. All das Schöne, was wir Dir damals gezeigt haben, das gibt es nicht mehr". Und natürlich die vielen Toten und Verletzten.

Hilfe für das Krankenhaus

Heinz Passmann hat sofort Trudi Reske in Voerde kontaktiert, die er über sein Engagement für Nepal kennengelernt hat. Die 66-Jährige, die gerade auf dem Rückflug war, als die Erde bebte, setzt sich seit 18 Jahren für ein Krankenhaus in der Nähe der nepalesischen Hauptstadt ein. "Es ist eine Klinik für plastische Chirurgie, in der normalerweise Lippen-, Gaumenspalten und Verbrennungen unentgeltlich operiert werden." In Nepal gibt es viel Armut, Menschen, die sich solche Behandlungen nicht leisten können, vor allem für ihre Kinder.

Nur 45 Betten für 90 Menschen

Seit Samstag sind die Ärzte dort im ständigen Einsatz der Notversorgung von Erdbebenopfern. "Über 90 Menschen werden dort aktuell behandelt, obwohl es eigentlich nur 45 Betten gibt. Ständig lädt die Polizei neue Verletzte vor der Tür ab", erklärt Reske, die im permanenten Telefonkontakt mit der Klinik steht. Verbandsmaterial wird knapp, auch Diesel für den Stromgenerator. Alle hoffen, dass bald die Straßen frei geräumt werden können, um die Versorgung zu gewährleisten.

Das Krankenhaus, das sich nur aus Spenden finanziert, braucht in dieser Notsituation weitere Unterstützung. "Wer helfen möchte, dem kann ich versichern, 99 Prozent der Spenden fließen nach Nepal, wir haben nur ein Prozent an Verwaltungskosten", versichert Trudi Reske.

Spendenkonto: SKM-Hospital in Nepal, Kreissparkasse Köln, IBAN DE73 3705 0299 0000 0928 01. Weitere Informationen über die Hilfsaktion gibt

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