Antoniusgemeinde übt harte Kritik am Bistum

"Unchristlich gehandelt"

HOLSTERHAUSEN "Die Personalführung entspricht in keiner Weise christlichen Grundsätzen." Dieser harte Vorwurf ist besonders brisant, weil er ausgerechnet von einer katholischen Gemeinde gegen das eigene Bistum erhoben wird.

von Von Klaus-Dieter Krause

, 08.03.2010, 17:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Gemeinde St. Antonius, hier ein Blick in die erleuchtete Kirche, wehrt sich gegen Fusionspläne.

Die Gemeinde St. Antonius, hier ein Blick in die erleuchtete Kirche, wehrt sich gegen Fusionspläne.

Mit einer ablehnenden Erklärung reagierten jetzt die gewählten Mitglieder des Kirchenvorstands und des Pfarrgemeinderates St. Antonius auf die Ankündigung des Bistums Münster, dass in einigen Jahren fünf Gemeinden aus Holsterhausen und Hervest zu einer Großgemeinde verschmelzen sollen. Lediglich Pfarrer und Pastoralreferenten enthielten sich der Stimme, ansonsten formulierten die beiden SGemeinde-Gremien von St.Antonius einmütig ihre Kritik. Große Enttäuschung schwingt bereits in der Situations-Beschreibung mit."Zusagen nicht eingehalten"

Das Bistum habe mit seinem Schreiben jede Diskussion abgelehnt und jede Diskussionsgrundlage entzogen: "Bisherige Zusagen durch das Bistum (auch schwarz auf weiß) sind für ungültig erklärt worden." So habe das Bistum vor rund zehn Jahren ein Kooperationsmodell selbst angeboten, das vom St. Antonius-Kirchenvorstand, dem Pfarrgemeinderat und der Pfarrversammlung favorisiert wurde: eine eigenständige Gemeinde innerhalb eines Pfarreien-Verbundes mit St. Bonifatius zu bleiben. Dies werde nun durch den Bischof von Münster verwehrt, obwohl es kirchenrechtlich möglich wäre.

Weiter heißt es: "Der Bischof mutet dem Kirchenvorstand zu, ihn gegen den Willen der Gemeindemitglieder um die Auflösung unserer Pfarrgemeinde zu ,bitten'. Wir gewählten Mitglieder des Pfarrgemeinderates und des Kirchenvorstands St. Antonius lehnen den Zwang, in eine Großgemeinde 'integriert' zu werden, jedoch weiter ab." Ausgeglichener Haushalt

Die mehr als 560 Jahre alte Gemeinde verfüge nicht nur über einen ausgeglichenen Haushalt, sondern zeichne sich durch einen steten Zuwachs von Mitgliedern und eine lebendige Vielfältigkeit im christlichen Miteinander aus und komme zudem bereits heute schon mit einer ein-Drittel-Pfarrerstelle. Halte die Bistumsleitung an ihrer Beschlusslage fest, werde sie die Gemeinde zwangsfusionieren müssen. Das stünde im Widerspruch zu früheren Aussagen von Bischof Lettmann: „Gegen ihren Willen wird keine Gemeinde fusioniert.“Fazit der Erklärung: „Wir kritisieren auf’s Schärfste den unchristlichen Umgang der Bistumsleitung mit ihrem haupt- und ehrenamtlichen Personal, den wir in der letzten Zeit verstärkt wahrnehmen. Nach unserem Eindruck werden Priester unter Druck gesetzt und gefügig gemacht, pastorale Mitarbeiter wie Marionetten verschoben. Die Personalführung entspricht in keiner Weise christlichen Grundsätzen. Wir fordern den Bischof auf, uns mit unserem Engagement für und Sorge um die Kirche als mündige Christen zu respektieren und laden ihn ein zu einem persönlichen Gespräch."

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